Leben & arbeiten im Ausland: Das sind die Top-10-Länder

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Hu Chen auf Unsplash
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In Singapur lässt es sich gut leben und arbeiten
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Einmal in einem anderen Land leben und arbeiten – davon träumen viele Deutsche. Wo die Chancen auf einen tollen Job und die Lebensqualität so richtig hoch sind, zeigt jetzt eine Umfrage unter knapp 18.000 Menschen, die sich im Ausland ein neues Leben aufgebaut haben. 

 

Beim Auswandern geht es schon längst nicht mehr nur um ganzjährig besseres Wetter. Es geht vor allem um Weiterentwicklung und Erfahrung im Job oder auch um eine bessere Lebensqualität für sich und die Familie. Doch ein Neuanfang in einem fremden Land sollte gut überlegt sein. Warum nicht die zu Rate ziehen, die das Ganze schon hinter sich haben? In einer weltweiten Umfrage der britischen Großbank HSBC  haben 18.059 Expats – also Menschen, die im Ausland leben und arbeiten – sich zu ihrem Lebensstandard, ihren Karrierechancen und ihrem Leben allgemein geäußert. Daraus ergab sich ein interessantes Ranking. Wo es sich am besten leben und arbeiten lässt?

Das sind die Top-10-Länder:

 

 

Platz 10: Vietnam

Die befragten Expats, die derzeit in Vietnam leben und arbeiten, gaben an, dass es hier besonders leicht sei, sich zu integrieren. Die Freundlichkeit der Einheimischen, die stets hilfsbereit und offen sind, sei ein Gewinn für die Lebensqualität. Ebenso wie die vielen Vorzüge, die Arbeitgeber bieten. Viele erhalten Gehaltserhöhungen, die ihnen angesichts der relativ niedrigen Lebenshaltungskosten weitaus mehr Kaufkraft verschaffen, um alles zu genießen, was das Land zu bieten hat. Negativ hingegen bewerten die Expats neben den chaotischen Verkehr.

Laut Expats ist der Verkehr in Vietnam chaotisch.

 

Platz 9: Vereinigte Arabische Emirate

Die meisten Expats, die in den Vereinigten Arabischen Emiraten leben, konnten ihr Gehalt deutlich steigern. Dies wurde als sehr positiv bewertet. Ebenso, dass ArbeitnehmerInnen keine Einkommenssteuer bezahlen müssen und die Mehrwertsteuer im Alltag kaum eine Rolle spielt. Zudem sei es ebenfalls leicht sich zurechtzufinden und neue Freundschaften zu knüpfen 

 

Platz 8: Deutschland

Expat in Deutschland? Das eigene Land in dieser Liste zu finden, mag zunächst überraschen. Die Erklärung ist ganz einfach: Es handelt sich um eine weltweit durchgeführte Umfrage, und natürlich gibt es auch Menschen aus anderen Ländern, die es zu uns nach Deutschland zieht. Und es ist ja auch einmal sehr interessant, das eigene Land aus einer solchen Außenperspektive zu betrachten. So sehr, wie einen manchmal das Fernweh plagen mag – offenbar lebt und arbeitet es sich auch bei uns gar nicht so schlecht: Deutschland ist und bleibt ein beliebtes Ziel für Familien, um sich beruflich und privat neu aufzustellen. Die meisten Expats wissen die politische und ökonomische Stabilität und die gute Schulbildung zu schätzen. Zudem gaben die Befragten an, dass sie die Lebensqualität als sehr hoch ansehen. 

 

Platz 7: Türkei

Mit einer Menge Vorzüge landet die Türkei auf dem 7. Platz. Gelobt wurden vor allem die Willkommenskultur und die Freundlichkeit der Einheimischen, die eine Eingewöhnung besonders leicht machten. Aber auch die Karrieremöglichkeiten sowie das Schulsystem konnten überzeugen.

In der Türkei wissen die Expats die offene Art der Einheimischen zu schätzen.

Platz 6: Australien

Menschen, die nach Australien ausgewandert sind, um hier zu leben und zu arbeiten, gaben in der Umfrage an, dass sie hier über eine besonders hohe Lebensqualität verfügen – viele von ihnen fühlen sich hier sogar gesünder als in ihrem Herkunftsland! Dies liegt nicht nur am angenehmen Klima, sondern vor allem auch an der entspannten Lebensart und der ausgeprägten Work-Life-Balance. Auch die politische und ökonomische Stabilität wird von Expats gelobt. 

 

Platz 5: Neuseeland

Wer nach Neuseeland auswandert, dem wird es laut der Umfrage ebenfalls leicht gemacht, sich zu integrieren und neue Leute kennenzulernen. Gegenüber einer ebenfalls herausragenden Work-Life-Balance und schier unerschöpflichen Möglichkeiten der Freizeitgestalltung stehen allerdings die deutlich höheren Lebenshaltungskosten, die das Leben mitunter dann doch wieder etwas einschränken. 

 

Platz 4: Spanien

Das zur Verfügung stehende Einkommen und die Karrieremöglichkeiten lassen laut der befragten Expats in Spanien noch Luft nach oben. Ansonsten gibt es jedoch nur sehr wenig zu meckern. Erwachsenen und Kindern wird es hier sehr leicht gemacht, zurechtzukommen, sich zu integrieren und sich einzugewöhnen. Besonders gelobt wird auch hier wieder die allgemeine Lebensqualität – gerade der Arbeitsalltag ist nicht so durchgeplant und viel entspannter, als viele es von zu Hause kennen.  

In Spanien finden sich Expats ebenfalls schnell zurecht. Zudem stimmt das Gehalt.

Platz 3: Kanada

In Kanada stimmt für die aktuell dort lebenden Expats fast alles. Die offene und warmherzige Art der Einheimischen sorgt dafür, dass sich die Befragten schnell wohlfühlten. Auch das verfügbare Einkommen und die Entwicklungsmöglichkeiten wurden positiv bewertet. Genau wie die politische Stabilität. Auch Kinder kommen schnell zurecht und haben die Möglichkeit, gute Schulen zu besuchen.

 

 Platz 2: Singapur

Wer nach Singapur auswandert darf leider nicht auf eine ausgeprägte Work-Life-Balance hoffen, so die Befragten. Dafür sieht es jedoch in den anderen Bereichen deutlich besser aus. Das verfügbare Einkommen, die politische Situation und das Schulsystem kassieren bei den ausgewanderten Frauen und Männern die meisten Punkte. Singapur zeichnet sich durch große Multikulturalität aus, und die meisten Einheimischen sprechen gut Englisch, was den Expats die Eingewöhnung sehr erleichtert.

Platz 1: Schweiz

Obwohl es Neuankömmlingen zunächst nicht besonders leicht gemacht wird, neue Bekanntschaften zu schließen, landet die Schweiz auf dem ersten Platz. Zwar braucht es laut der dort lebenden Expats eine Weile, um mit den Einheimischen warm zu werden, dennoch wird die Lebensqualität als sehr hoch eingeschätzt, ebenso wie die allgemeine Sicherheit sowie die politische und ökonomische Stabilität. Was weiterhin für Sicherheit sorgt, ist ein sehr hohes Einkommen, das die Befragten zu schätzen wissen. Viele loben auch das gute Schulsystem und die zahlreichen internationalen Schulen und sind der Ansicht, ihren Kindern hier bessere Möglichkeiten bieten zu können als in ihrem Herkunftsland. Und dass es in der Schweiz mit den Alpen und den zahlreichen klaren Seen auch einfach wunderschön ist, muss kaum eigens erwähnt werden!

Im Ranking auf Platz 1: Die Schweiz

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Angie
#1 — vor 1 Monat 2 Wochen
Leider lassen unsere Politiker zuviel Zuwanderung zu , seit der PFZ. 1 Million in 13 Jahren. So viel wie kein anderes Land. Von den Grenzgängern reden wir noch nicht einmal. Die Einheimischen 50ig jährigen enlässt man, für Niedriglöhner. Die Sozialkassen werden geplündert, da viele Ausländer nicht arbeiten. Obwohl die Schweizer an der Urne für weniger Zuwanderung gestimmt haben, hat Bern dieses Wahlergebnis nicht umgesetzt. Das in der so demokratischen Schweiz. Wir haben höhere Löhne, aber in der Schweiz ist auch alles viel teurer. Also bleibt schlussendlich nicht mehr viel im eigenen Sack.

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