Jobrotation: Revolution unserer Arbeitswelt?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: You-X-Ventures auf Unsplash
Jobrotation: Während des Meetings werden die Aufgaben besprochen

Feste Unternehmensstrukturen und Aufgabenverteilungen werden in Zeiten der Digitalisierung zunehmend überflüssig. Das Zauberwort: Jobrotation. Sie soll dafür sorgen, dass bisher bekannte Berufsbezeichnungen künftig gelockert oder sogar ganz aufgelöst werden. 

 

Logisch: Festangestellte Mitarbeiter*innen haben einen ganz bestimmten Titel und einen dazu klar definierten Aufgabenbereich – so lief es bisher. Doch der Trend ist ein anderer. Zwar trauen sich bisher nur wenige Unternehmen zu, ein Rotationssystem oder auch Jobrotation genannt, einzuführen, doch rückt das Thema aktuell immer mehr in den Fokus. Die Grundidee ist Folgende: Innerhalb einer Firma wechseln die Aufgaben und Verantwortlichkeiten. Je nachdem, wie das jeweilige Unternehmen es bevorzugt, ist mal Frau Müller Führungskraft, im kommenden Monat dann vielleicht Herr Meier. Was das bringen soll?

Jobrotation: Vorteile für Mitarbeiter & Unternehmen

Wie Jana Tepe, Gründerin und Geschäftsführerin von Tandemploy GmbH erklärt, kann so die Motivation und die Bindung zum Unternehmen gesteigert werden: »Durch Jobrotation steigt nicht nur die Qualität der Arbeit eurer Mitarbeiter*innen, sondern im besten Fall auch ihre Zufriedenheit. Sie sind zudem ein smarter und vor allem konkreter Hebel für die Öffnung von Silos, mehr Innovationskraft und internen Wissenstransfer im digitalen Zeitalter«, erklärt sie in einem Xing-Beitrag.

Doch macht sie auch darauf aufmerksam, dass Jobrotation nicht für jedes Unternehmen und jede*n Mitarbeiter*in infrage kommt. Hier lohnt es sich, einen Blick auf die verschiedenen Arten und Möglichkeiten zu werfen, die festen Jobstrukturen aufzubrechen. 

 

Shadowing

Beim sogenannten »Shadowing« wird einer Kollegin oder einem Kollegen lediglich über die Schulter geschaut – es handelt sich also um eine Art »Beschattung«. Diese Art der Jobrotation ist vor allem für Praktikant*innen und Student*innen hilfreich, um einen ersten Eindruck zu bekommen, ohne selbst schon eigene Aufgaben zu übernehmen.

 

Hospitation

Die Hospitation dürfte vielen bereits bekannt sein. Hierbei werden für einen kurzen Zeitraum Arbeitsabläufe in anderen Bereichen, Abteilungen oder Standorten beobachtet, um für die eigene Arbeit nützliche Dinge dazuzulernen und zu erfahren. 

Swapping

Dann gibt es das sogenannte Swapping. Hier tauschen Mitarbeiter*innen ihre Arbeitsplätze und Aufgaben – bei Bedarf sogar über die Grenzen des eigenen Unternehmens und über Ländergrenzen hinaus. In diesem Fall dürfen die Unternehmen jedoch nicht in Konkurrenz zueinander stehen. Der Zeitraum ist von einem Monat bis zu einem Jahr flexibel wählbar. 

 

Es gibt also viele Möglichkeiten, jobmäßig mal etwas anderes kennenzulernen – es muss nicht gleich in die Vollen gehen. Selbst wer nur für einen kurzen Zeitraum andere Aufgaben übernimmt, z. B. im Rahmen einer Projektarbeit, übt bereits eine Form der Jobrotation aus. 

Bis sich bei den meisten Unternehmen ein echtes Rotationssystem oder wenigstens ein Mix aus mehreren Systemen durchsetzt, wird es vermutlich noch eine ganze Weile dauern. Doch ein Wechsel kann viele Vorteile mit sich bringen: Die Abwechslung, die persönliche Weiterentwicklung und die neuen Erfahrungen dürften dabei für einige Arbeitnehmer besonders attraktiv sein. 

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JobBildung

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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