Interview: Das ist Keleya – die Wohlfühl-App für Schwangere

05.04.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Sarah und Victoria von Keleya

Die zwei sympathischen Power-Frauen Victoria Engelhardt und Sarah Müggenberg verfolgen ein ganz klares Ziel: Sie möchten jede Frau gesund durch die Schwangerschaft bringen. Wie sie das machen wollen, haben sie uns im Interview verraten.

Seit September 2017 gibt es Keleya, den appbasierten Gesundheits-Coach für werdende Mütter. Ernährungs- und Sport-Apps gibt es doch schon zur Genüge? Nicht wirklich. Nachdem Victoria Engelhardt die Unsicherheit schwangerer Frauen bei den Themen Sport und Ernährung im eigenen Freundeskreis miterlebt hatte, machte sie sich ans Werk und auf die Suche nach geeigneten Mitgründern. Sarah Müggenberg und Alexander Leuchte gehören seitdem zum Keleya-Team. Gemeinsam haben sie mit ihrem Service einen individuellen Ansatz entwickelt, der auf die jeweiligen Bedürfnisse und Vorlieben von Schwangeren eingeht. Neben personalisierten Yoga- und Pilates-Übungen enthält die App gesunde Rezeptempfehlungen.

Wie genau die App funktioniert, warum Victoria und Sarah das Zeug haben, mit Keleya so richtig durchzustarten, und weshalb vor allem Sport in der Schwangerschaft eine so wichtige Rolle spielt, verraten die beiden selbst:

Ihr Lieben, ihr habt eine App nur für Schwangere entwickelt. Wie kamt ihr auf diese Idee?

Victoria: Eine meiner sehr guten Freundinnen ist schwanger geworden und hatte eine ziemlich komplizierte und anstrengende Schwangerschaft. Durch sie habe ich zum ersten Mal gesehen, wie verunsichert Frauen in der Schwangerschaft sind, wenn es um die Themen Sport und Ernährung geht. Zum anderen habe ich miterlebt, wie wenige geeignete Lösungen es bisher auf dem Markt gibt. Das hat mich auf die Idee gebracht, eine einfach zu nutzende Lösung für junge und werdende Mütter zu entwickeln. Und so ist Keleya entstanden. Im nächsten Schritt habe ich dann nach geeigneten Mitgründern gesucht, die zum einen Erfahrung haben und zum anderen an die Idee glauben. Und so bin ich glücklicherweise auf Alex und Sarah gestoßen.

Sarah: Ich habe mich sehr gefreut, als Vici mit der Idee auf mich zukam, da ich in meinen Pränatalyoga-Kursen gemerkt habe, dass jede Schwangere sehr individuell betreut werden möchte. Jede Frau hat in dieser Phase andere Beschwerden und Bedürfnisse, und viele haben häufig auch nicht die Möglichkeit, regelmäßig einen Kurs zu besuchen.

Wie funktioniert die App und was ist das Besondere an ihr?

Keleya ist eine App, die sich wie ein Coach an die Bedürfnisse von Schwangeren anpasst und sie durch individuelle Programme rund um gesunde Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft unterstützt. Die Nutzerinnen erhalten personalisierte Yoga- und Pilates-Workouts mit unterschiedlichen Schwerpunkten, wie etwa spezielle Rücken- oder Beckenbodenübungen, die sie zeitlich und örtlich flexibel durchführen können. Ergänzt wird das Programm durch gesunde und leckere Rezeptempfehlungen. Mit Hilfe der persönlichen Einstellungen wie der Schwangerschaftswoche und den individuellen Zielen passt sich das Programm kontinuierlich an die Nutzerin an.

Was hat euch an ähnlichen Konkurrenzprodukten gefehlt?

Generell gibt es verschiedenste Anbieter und Apps für Schwangere am Markt. Das reicht von allgemeinen Portalen und Magazinen für werdende Mütter und Familien bis hin zu Bloggern und Anbietern, die sich auf konkrete Fragestellungen und Themenbereiche wie zum Beispiel das Thema Ernährung in der Schwangerschaft konzentrieren. Mit Keleya unterscheiden wir uns von diesen Angeboten in vielen Dimensionen deutlich. Andere bieten sehr generische Inhalte zu verschiedensten Themen an, nach dem Motto “one-size-fits-all”. Wir haben mit Keleya ein Angebot entwickelt, das Informationen und Programme zu Bewegung und Ernährung individuell auf die Bedürfnisse und Beschwerden der werdenden Mutter abstimmt. Diese Personalisierung, kombiniert mit einem klaren thematischen Fokus, gibt es so derzeit nicht auf dem Markt, was Keleya einzigartig macht. Zusätzlich steht bei uns das Wohlbefinden der Frau an erster Stelle und das Schaffen von Lösungen.

Wer kümmert sich um die Zusammenstellung der Rezepte?

Alle Keleya Rezepte richten sich nach dem Keleya Food Konzept. Dieses Konzept haben wir mit einer auf die Schwangerschaft spezialisierten Ernährungsexpertin nach WHO-Richtlinien entwickelt. Sämtliche neuen Rezepte werden anhand dieser Kriterien entwickelt und auch geprüft.

Und wer entwickelt die Fitnessübungen? Wonach werden sie ausgewählt?

Victoria: Darum kümmert sich bei uns federführend Sarah. Sie hat über zehn Jahre Erfahrung im Unterrichten von Prä- und Postnatalyoga und hat mehr als tausend Frauen während und nach der Schwangerschaft begleitet. Dadurch weiß sie, welche Übungen gut tun und was für Beschwerden die meisten Frauen während der Schwangerschaft haben. Zusätzlich arbeiten wir bei der Erstellung der Workouts mit einer auf die Schwangerschaft spezialisierten Pilatestrainerin, einer Physiotherapeutin und einer Hebamme zusammen.

Bildquelle: PR

Sarah: Die Workouts in der App sind aus kleinen Modulen zusammengesetzt, die sich in Intensität, Dauer und Schwerpunkt auf die Bedürfnisse und Einstellungen der Nutzerin, wie beispielsweise Schwangerschaftswoche und körperliche Beschwerden, einstellen. Dadurch wird sichergestellt, dass die Schwangere nur für sie machbare und sichere Übungen bekommt. Zudem gibt es von vielen Übungen unterschiedliche Versionen, die sich je nach Voraussetzungen anpassen.

Wie wichtig ist Sport und vor allem Yoga in der Schwangerschaft?

Sarah: Es hilft auf jeden Fall zu wissen, dass viele Hebammen besonders Yoga in der Schwangerschaft als beste Geburtsvorbereitung empfehlen. Wer in der Schwangerschaft Yoga übt, hat es während der Geburt häufig leichter. Daher wurde unsere App auch von der Hebamme Sabine Kroh von „Call a Midwife“ empfohlen. Zudem muss eine Frau, die vorher wenig sportlich aktiv war, ja nicht gleich einen Sprint hinlegen, es gibt auch viele sanftere und entspannende Dehnübungen. Zusätzlich die Ausdauer zu steigern, kann aber auch nicht schaden, schließlich ist eine Geburt kein Sonntagsspaziergang, und in einen Marathon würde ja auch niemand unvorbereitet gehen.

Wie finanziert ihr euch?

Wir haben, wie das bei jungen Start-ups häufig der Fall ist, eine erste Seed-Finanzierung von einem Finanzinvestor erhalten. Mittelfristig möchten wir jedoch durch den Verkauf unserer Abos und weiterer Services profitabel werden.

Was habt ihr vor Keleya gemacht? Konnten euch eure bisher gesammelten Erfahrungen bei der Entwicklung der App helfen?

Victoria: Unser Team ist sehr divers, wenn es um die Erfahrung aus unserer Zeit vor Keleya geht. Wir sind ein dreiköpfiges Gründerteam, bei dem jeder seinen Anteil an Vorerfahrung mit einbringt. So ist Alex beispielsweise sehr produkterfahren und managt daher hauptverantwortlich die IT und die Entwicklung der App. Ich bin aufgrund meiner Zeit als Unternehmensberaterin erfahren darin, eine Firma von Anfang an richtig aufzubauen. Zudem bin ich selbst Yogalehrerin und kenne die Vorteile, die Yoga für das Wohlbefinden hat.

Sarah: Ich habe in meiner Zeit als Lehrerin für Prä- und Postnatalyoga unsere Zielgruppe bis ins kleinste Detail verstanden und kenne mich daher sowohl mit den Beschwerden als auch mit Tipps & Tricks aus. Zusätzlich bin ich selbst Mutter von zwei Jungs.

Bildquelle: PR

Ist das eure erste Gründung?

Sarah: Für mich und Alex nicht wirklich. Alex hat vor Keleya bereits zwei verschiedene Start-ups gegründet – einen digitalen Make-up-Assistenten und eine digitale Marketingagentur. Und ich bin quasi seit Beginn meiner Karriere selbstständig bzw. freiberuflich tätig.
Wie lief die Gründung? Würdet ihr mit dem Wissen von heute bei der Gründung etwas anders machen?

Victoria: Ich denke, hier hatten wir, wie die meisten anderen Start-ups auch, viele Baustellen zur gleichen Zeit. Am Anfang sieht man einfach nur diesen riesen Berg an Aufgaben und To-dos und kein Ende in Sicht. Doch wenn man sich als Team richtig aufteilt und vor allem das Priorisieren lernt, also das Wichtige vom Unwichtigen zu unterscheiden, sieht alles schon viel machbarer aus.
Und garantiert würden wir heute etwas anders machen. Wir würden natürlich vor allem produktseitig ganz viele der „Learnings“, die erst in spätere Versionen eingeflossen sind, bereits von Anfang an berücksichtigen und integrieren. Was wir aber auf jeden Fall wieder genauso machen würden, ist unser sehr nutzerzentrierter Ansatz, häufig mit Kundinnen zu sprechen und Wünsche und Bedürfnisse mit jedem Mal noch besser in die App zu integrieren.

Es gibt auch noch einen Blog. Wie organisiert ihr euch da? Wer ist für die Inhalte verantwortlich?

Sarah: Richtig, es gibt unser Keleya Mag. Hier bieten wir Themen rund um Schwangerschaft, Bewegung und Ernährung. Wir lassen Experten und Mütter mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensmodellen zu Wort kommen. Für die Redaktion und Umsetzung der Inhalte bin ich hauptverantwortlich. Wichtig ist uns hier jedoch, dass wir mit unterschiedlichsten Meinungsführerinnen und Frauen sprechen und diese zu Wort kommen lassen.

Euer Büro ist in Berlin. Was verbindet ihr mit der Stadt?

Victoria: Schöne Frage! Für mich ist Berlin vor allem der Inbegriff von Weltoffenheit, Toleranz und Progressivität. Wir sehen, erfahren und tun hier viele Dinge, bevor sie alltagstauglich sind. Das finde ich so unfassbar anziehend an dieser Stadt.

Welche Apps benutzt ihr täglich?

Spotify, WhatsApp, Evernote, Instagram und natürlich Keleya.

Warum sollte jede Schwangere Keleya auf dem Handy haben?

Weil Keleya die perfekte Begleitung für die Schwangerschaft ist, um sich weiterhin fit und entspannt zu fühlen.

Bildquelle: PR

Wie ist das allgemeine Feedback? Wie wird die App angenommen?

Unsere Nutzerinnen sind insgesamt sehr zufrieden mit der App. Wir wissen, dass wir die App noch um einige Features erweitern müssen, damit die Nutzerführung noch weiter verbessert wird. Aber das Hauptfeedback ist, dass wir mit dem, was wir tun, auf jeden Fall weitermachen sollen. Vor allem Keleya für die Zeit nach der Schwangerschaft wünschen sich über 90 % unserer Nutzerinnen. Dem Wunsch werden wir deshalb in der nächsten Phase auch nachkommen. Es bleibt also spannend.

Wie soll es im besten Fall in Zukunft für Keleya und euch weiter gehen?

Zum einen werden wir das Programm für die Zeit nach der Schwangerschaft integrieren, und zum anderen sind noch ein paar Überraschungen geplant. Unsere Vision ist es, mit Keleya die Marke für starke und selbstbewusste werdende und junge Mütter zu sein.

Vielen Dank, Victoria und Sarah – und weiterhin viel Erfolg!

Hier kannst du Keleya für iOS und hier für Android downloaden.

Mehr Infos zur App und den Menschen hinter Keleya findest du hier.

Das Beitragsbild ist übrigens von Keleya.

share:
FacebookPinterest
Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

kommentieren