Immobilienkauf: Das sollten unverheiratete Paare beachten

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Giorgio Trovato auf Unsplash
Ihr seid unverheiratet & möchtet ein Haus kaufen?

Was die Bürokratie betrifft kann eine Eheurkunde so manches vereinfachen. So auch den Wohnungs- oder Hauskauf? Ja, denn wer ohne Trauschein einen Kaufvertrag unterzeichnet, sollte tatsächlich einige Dinge beachten. 

 

Ob im Krankheitsfall, bei einer Geburt oder eben beim Wohnungs- oder Hauskauf: Für verheiratete Paare gelten andere Regeln als für unverheiratete. Vor dem Gesetz gelten Ehepaare als Wirtschaftsgemeinschaft – das heißt, dass sie finanziell füreinander zuständig sind, Erbfolge und Güterstand sind eindeutig geregelt. Wer nicht verheiratet ist, kann sich hingegen auf keine gesetzlichen Regelungen verlassen. In solchen Situationen ist es also besonders wichtig, im Vorhinein zu klären, wie die Finanzierung geregelt und das Eigentum aufgeteilt wird.

Wem gehört die Wohnung oder das Haus?

Wie Dominik Hüren, Pressesprecher der Bundesnotarkammer, gegenüber »her Money« erklärt, sollten zum einen immer beide Partner im Grundbuch eingetragen sein: »Stehen beide im Grundbuch, können sie faktisch nur gemeinsam über die Immobilie verfügen und sind daran – wenn auch möglicherweise mit unterschiedlich hohen Anteilen – gleichermaßen berechtigt.« Das ist besonders wichtig, denn kommt es im schlimmsten Fall zu einer Trennung, hat die im Grundbuch eingetragene Person theoretisch das Recht, die Partnerin oder den Partner einfach vor die Tür zu setzen. Sind beide Namen im Grundbuch aufgeführt, ist dies natürlich nicht möglich. Mit »unterschiedlich hohen Anteilen« ist übrigens gemeint, dass es natürlich sein kann, dass eine Person mehr Geld mitbringt und in das Eigenheim investiert. 

Was passiert bei Trennung oder Tod?

Wer also gemeinsam eine Immobilie erwerben möchte, sollte unbedingt einen Partnerschaftsvertrag aufsetzen lassen und dort alles Nötige und Wichtige festhalten. So sollte eindeutig geklärt sein, was im Fall einer Trennung geschieht oder wie es weitergeht, wenn die Immobilie bei Trennung noch mit Schulden belastet ist. Natürlich sollte hier auch festgelegt werden, wer welche Finanzierungsbeiträge leisten soll, und was passiert, wenn man zwar zusammenbleibt, aber das Geld durch den oder die PartnerIn plötzlich nicht mehr gezahlt werden kann – etwa aufgrund von Jobverlust. 

Auch sollte festgelegt werden, was im Todesfall geschieht. Wurde dazu nichts vereinbart, gehen unverheiratete Hinterbliebene leer aus, da automatisch die gesetzliche Erbfolge greift. Eventuell kommt es dann sogar zum Streit mit Verwandten, wenn diese Anspruch auf den entsprechenden Anteil der Wohnung oder des Hauses erheben. Auf einen Pflichtanteil haben die gesetzlichen Erben sowieso Anspruch. Bei unverheirateten PartnerInnen ist auch zu beachten, dass auf das Erbe der Partnerin oder des Partners eine hohe Erbschaftssteuer fällig wird.

Wer alles vorher regelt, kann also kräftezehrende Streits um das gemeinsame Eigentum vermeiden. Um den Partnerschaftsvertrag oder ein Testament aufsetzen zu lassen und offiziell geltend zu machen, empfiehlt sich der Gang zum Notar. Ein in wenigen Minuten selbst formuliertes Schriftstück, das von beiden PartnerInnen unterschrieben wurde und im Wohnzimmerschrank auf seinen Einsatz wartet, ist im Streitfall ohne notarielle Beglaubigung nämlich wertlos. 

 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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