Plötzlich Homeoffice: Wie du jetzt produktiv bleibst

Words by Arzu Gül
Photography: pressfoto / Freepik
Lesezeit: 3 Minuten
Homeoffice Coronavirus

Immer mehr MitarbeiterInnen werden von ihren Unternehmen vorsichtshalber ins Homeoffice geschickt. Eine ungewohnte Situation, in der schnell ein »Lagerkoller« entstehen kann. Wir erklären, wie man weiterhin gesund und produktiv bleibt. 

Die Coronakrise spitzt sich zu. In vielen Ländern verdoppeln sich die Zahlen der Infizierten täglich. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr wird nun auch das Leben in Deutschland stark eingeschränkt. Zwar gibt es hierzulande bisher keine staatlich verhängte Ausgangssperre wie beispielsweise in Spanien oder Italien, jedoch wird auch den Menschen in der Bundesrepublik angeraten, ihre sozialen Kontakte auf ein Minimum zu begrenzen und möglichst das Haus nicht zu verlassen. Viele Unternehmen haben auf das Risiko reagiert und ihre MitarbeiterInnen nun ins Homeoffice geschickt. Für die Mehrheit klingt das erst einmal nach entspanntem Arbeiten von Zuhause, ganz ohne Ablenkung. Doch gerade im heimischen Umfeld ist es wichtig, den Tag ganz genau zu planen und zu strukturieren – ansonsten droht ein Lagerkoller! Wir teilen die wichtigsten Tipps von Homeoffice-ExpertInnen.
 

7 wichtige Tipps für ein erfolgreiches Homeoffice

1. Wecker stellen und Morgenroutine einhalten

Wer glaubt, dass er direkt nach dem Weckerklingeln mit der Arbeit loslegen und daher nun etwas länger schlafen kann, der irrt. Spätestens zur Mittagszeit holt viele die verlorene Zeit wieder ein und zieht sie in ein großes Tief. Besonders jetzt ist es also wichtig, klare Anfangs- und Endzeiten des Arbeitstages zu definieren und sich auch an diese zu halten! Ansonsten droht die Gefahr, das Zeitgefühl zu verlieren und den gesamten Tag am Laptop oder Computer zu sitzen, mit dem Gefühl, am Ende doch gar nichts geschafft zu haben.

 

2. Duschen, fertigmachen, anziehen

Zugegeben, im Homeoffice ist es sehr verlockend, den gesamten Tag im Pyjama zu verbringen. Das kann ein paar Tage mal ganz erfrischend sein, doch irgendwann fängt das Selbstwertgefühl an zu sinken. Einige fühlen sich »schmuddelig«, andere schon fast »krank«. Auch wenn es schwerfällt: Für die Einhaltung der Produktivität hilft es enorm, sich morgens zu duschen, frisch zu machen und etwas Ordentliches anzuziehen. 

 

3. Bloß nicht aus dem Bett arbeiten!

Wer schon einmal Homeoffice gemacht hat, wird die Situation kennen: Man holt sich den Laptop ins Bett und fängt gemütlich aus dem Liegen an zu arbeiten. Doch nach ein paar Stunden schmerzt der Rücken, der Kopf brummt und die Konzentration schwindet. Es ist nicht nur schlecht für die Muskulatur, sondern auch für das allgemeine Lebensgefühl. Privat- und Arbeitsleben sollten gerade im eigenen Zuhause strikt voneinander getrennt werden. Das Bett gehört eindeutig zum privaten Lebensbereich – der Küchentisch hingegen kann gerne als »Bürotisch« umfunktioniert werden. 

Homeoffice aus dem Bett? Klickt verlockend, ist aber wenig produktiv!

4. Klare To-do-Liste erstellen

Viele werden merken: Im Homeoffice ticken die Uhren anders. Manchmal ist die Konzentration so hoch, dass die Hälfte des Arbeitspensums in 1-2 Stunden erledigt wird. Und andere Male verfliegen die Stunden und man hat das Gefühl, nichts geschafft zu haben. Einer der wohl wichtigsten Faktoren, um nicht den Überblick zu verlieren, ist daher eine ganz klar definierte To-do-Liste für den Tag. Eine Priorisierung hilft außerdem bei der Reihenfolge der Aufgaben. 

 

5. Die Mittagspause bleibt eine »Pause«

Zuhause steigt das Risiko, dass man, statt eine richtige Pause zu machen, einfach ständig zwischendurch an den Kühlschrank rennt und sich nur noch von kleinen Snacks ernährt. Oder aber das Essen wird mittags aufgewärmt und direkt am Schreibtisch verzehrt, während man noch eben schnell die eine oder andere E-Mail abschickt. Genau solche Situationen führen aber zu einem starken Nachmittagstief. Um Energie zu tanken und die Konzentration aufrechtzuerhalten, empfiehlt es sich, die Mittagspause wirklich einzuhalten, ganz ohne Handy oder Laptop! Stattdessen gilt: Essen genießen, durchatmen, Kopf freikriegen!

 

6. Stundenweise Social-Media-Verbot

Nichts ist wohl so ablenkend wie Social Media. Hier mal schnell bei Instagram schauen, dort eine News lesen oder kurz den Liebsten auf WhatsApp antworten. Gerade wenn es an sozialen Kontakten fehlt, ist die Versuchung groß, sich nach Ablenkungsquellen umzuschauen. Zeitfenster, in denen Handyverbot herrscht, können dabei helfen, sich ganz auf die zu erledigenden Aufgaben zu konzentrieren. Danach darf dann wieder kurz im Internet gesurft werden. Anschließend geht es an die nächste Aufgabe, und so weiter…

 

7. Kamera an bei Video-Calls

Eine gute Kommunikation ist in Unternehmen das A und O. Wer im Homeoffice nur noch über Chat-Programme oder E-Mails erreichbar ist, vergrößert das Risiko für Missverständnisse. Deshalb sollten bei Calls die Kameras eingeschaltet werden. Wer seinen KollegInnen weiterhin in die Augen blicken kann, verstärkt den sozialen Zusammenhalt und verringert auch das Gefühl der Einsamkeit. Außerdem zwingt es einen, sich morgens zu duschen und fertigzumachen, womit wir wieder bei Punkt 2 wären. 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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