Jobs der Zukunft: Frauen sollten jetzt in die IT-Branche!

Words by Arzu Gül
Photography: Kelly Sikkema via Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Frau programmiert an einem Rechner - Frauen IT-Branche

Die Digitalisierung macht viele Berufe zukünftig überflüssig. In neuen Berufsfeldern wächst der Arbeitsmarkt hingegen stark. Besonders Frauen sollten diese Chance jetzt wahrnehmen.

Dass der fortschreitende Wandel und die Digitalisierung den Berufsmarkt nachhaltig prägen und immer mehr Jobs an Bedeutung verlieren, darüber streitet heutzutage keiner mehr. Diverse Studien haben bereits den Einfluss von Faktoren wie Automatisierung, Digitalisierung und den Einsatz Künstlicher Intelligenzen auf den Arbeitsmarkt untersucht. Die Zahlen wirken auf den ersten Blick erschreckend: Jede fünfte Person, die einer Beschäftigung nachgeht, könnte durch neue Automatisierungsprozesse schon bald den bisherigen Arbeitsplatz verlieren. Aus diesem Grunde müssten sich bis zu 24 Prozent aller berufstätigen Frauen und sogar 32 Prozent aller berufstätigen Männer bis 2030 in neue Berufsfelder einarbeiten oder eine Weiterbildung in Anspruch nehmen. 

Neun Millionen Jobs werden verschwinden

Laut einer Studie des McKinsey Global Institute (MGI) seien in Deutschland insgesamt neun Millionen Jobs betroffen. Bis 2030 könnten somit viele der bisher relevanten Berufsfelder wegfallen. Aber die Studie gibt gleichzeitig auch Entwarnung: Durch den technologischen Fortschritt und den demografischen Wandel könnten gleichzeitig bis zu zehn Millionen neue Jobs hinzukommen. Außerdem würden dadurch weitere vier Millionen Arbeitsplätze in gänzlich neuen Berufsfeldern entstehen.

Diese neuen Berufsgruppen und Ausbildungszweige entstünden vor allem durch die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz und Maschinellem Lernen. Tätigkeiten in diesen Bereichen würden gleichzeitig aber auch einen höheren Bildungsgrad erfordern. In Zahlen bedeutet dies, dass bis 2030 voraussichtlich etwa 2,9 % neue Jobs für Frauen und 5,5 % neue Jobs für Männer mit einem Universitätsabschluss zur Verfügung stehen. Um davon zu profitieren, sei es laut Julia Sperling, Partnerin bei McKinsey, aber wichtig, dass Frauen und Männer in ihre Qualifikationen investieren und ihre Ausbildung den technologischen Entwicklungen und Veränderungen anpassen. 

Daten- und technologiebasierte Jobs werden immer wichtiger. Frauen haben jetzt super Chancen in der IT-Branche.

Frauen in MINT-Berufen: Die Nachfrage ist hoch!

Das Problem: Aufgrund von gesellschaftlichen Traditionen qualifizieren sich Frauen auch heute noch seltener in den männerdominierten, zukunftsträchtigen MINT-Fächern (MINT = Studienfächer Mathematik, Ingenieurs-, Natur- und Technikwissenschaften). Und später lassen ihnen dann die Kindererziehung und die unbezahlten Haushalts- und Pflegearbeiten weniger Zeit und Möglichkeiten, sich weiterzubilden, neue Qualifikationen zuzulegen oder neue Jobs zu suchen. 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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Wie also können Frauen ihre Chancen auf einen Job in neuen und zukunftsweisenden Berufsfeldern erhöhen? Heutzutage gibt es bereits viele Förderprogramme, die speziell für Frauen in MINT-Berufen ausgerichtet sind. Durch die Inanspruchnahme von finanziellen oder ideellen Unterstützungsangeboten kann ihnen der Zugang zu technischen Berufen somit erleichtert werden. Das Portal »Komm, mach MINT« ist eine Netzwerk-Initiative, in der sich Mädchen und Frauen über Studiengänge und Berufe in den beschriebenen Bereichen informieren und austauschen können. Vom 26. bis 27. Juni 2020 organisiert das Netzwerk eine Karriereauftaktveranstaltung in Berlin, bei der Interessierte an Workshops teilnehmen, Vorträgen lauschen oder sich mit potenziellen ArbeitgeberInnen vernetzen können.

Das Bundesministerium für Forschung und Bildung bietet außerdem einen digitalen »Stipendienlotsen« an – eine interaktive Plattform, auf der Interessierte nach Stipendien und Förderprogrammen suchen können. Auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft organisiert jährlich unterschiedliche Förderprogramme und Projekte in unterschiedlichsten Bereichen. 

Immerhin: Laut einer Erhebung des Statistischen Bundesamts ist die Anzahl an Frauen, die sich in MINT-Fächern an Hochschulen eingeschrieben haben, in den letzten Jahren angestiegen. Im Wintersemester 2018/2019 gab es deutschlandweit ca. 338 Tausend Studentinnen. Zwar gibt es in diesen Fächern nach wie vor mehr Männer (ca. 756 Tausend), aber immerhin macht der Frauenanteil inzwischen schon 30 Prozent aus. Luft nach oben gibt es aber noch immer.

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Frauen sollten viel öfter die Chance ergreifen und sich in der IT-Branche bewerben. Mehr als technisches Know-How sind dafür Feingefühl, Empathie und Kommunikationsfähigkeit nötig.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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