#FollowFriday: Instagram-Heldinnen von heute und für die Zukunft

27.07.2018
Words by Jana Ahrens
Nicola Baumann

Der #FollowFriday ist zurück. In guter alter Twitter-Manier werden freitags jetzt auch auf Instagram tolle Accounts angepriesen, denen ihr unbedingt folgen solltet. Wir finden diese Tradition super und machen mit – diese Woche mit Accounts von Menschen, die uns dank unkonventioneller Wege und heldenhaftem Verhalten echt beeindrucken.

#FollowFriday: Heldinnen

Die Fotos in Allannah Vellacotts Instagram-Feed mögen für manche auf den ersten Blick wie Influencer-Werbung für Bademode wirken. Doch Alannah ist Meeresbiologin. Dass die Bilder von ihr – kurz vor ihren Tauchgängen für das Perry Institute for Marine Science – so richtig für Urlaubsstimmung sorgen können, ist eher ein Nebeneffekt. Allannah kümmert sich um die Erhaltung von Korallenriffen und den Schutz von Haien. Das bedeutet, dass sie für das Reef Rescue Network die Bahamas bereist und zum Schutz der Umwelt jeden Tag das tut, was andere Menschen gern in ihrer Freizeit tun würden. Also, wenn jetzt noch einmal jemand behauptet, Wissenschaft sei dröge…

Kirstie Ennis ist stark. Bis 2012 diente sie dem United States Marine Corps in Afghanistan als Pilotin. Dann stürzte ihr Hubschrauber bei einer Rettungsaktion ab, und sie wachte im Krankenhaus wieder auf. Mit Verletzungen an der Wirbelsäule, einem starkem Hirntrauma und schweren Verletzungen im Gesicht. Dazu kam: Der Verlust ihres linken Beines oberhalb des Knies. Es folgten mehrere Jahre physischer und psychischer Therapie und 44 Operationen. Doch als sie 2015 – noch während ihrer Therapie – gefragt wurde, ob sie einen Wintersport lernen wolle, sagte sie sofort: “Klar, Snowboarden.” Damit ging es los. Inzwischen hat Kirstie nicht nur snowboarden gelernt, sie hat auch die sieben Summits bestiegen, also den jeweils höchsten Berg auf allen sieben Kontinenten. Das wiederum führte zum Sportklettern. Inzwischen ist sie aber auch dreifache Goldmedaillengewinnerin der Warrior Games in der Disziplin Schwimmen. Kirstie sagt: “Die 15 Zentimeter zwischen deinen Ohren und das große Ding da hinter deinen Rippen: Die zusammen machen den Unterschied!”

Nicola Baumann war bis vor Kurzem Kampfpilotin für die deutsche Bundeswehr. Das an sich ist schon ein krasser Job, doch das Lebensziel von Nicola Baumann ist ein anderes: Sie möchte ins Weltall. Im Jahr 2017 hat sie sich in einem privat finanzierten Programm als Kandidatin für die erste deutsche Frau im All qualifiziert. Sie nahm jedoch im selben Jahr wieder Abstand von der Nominierung. Sie fand, dass sie und das Programm keine gute Kombination waren. Ihren Traum vom All hat sie aber nicht aufgegeben. Deshalb ist es umso interessanter, ihr auf Instagram zu folgen. Denn wir alle fragen uns: Was kommt als nächstes im Leben von Nicola Baumann?

Eurofighter zu fliegen ist nicht der einzige Weg, um Astronautin zu werden. Insa Thiele-Eich ist Meteorologin und gemeinsam mit Nicola Baumann 2017 von der Initiative Die Astronautin als Finalistin für die erste deutsche Frau im All ausgewählt worden. Sie soll 2020 zum ersten Mal als Astronautin starten. Die Vorbereitungen dazu teilt sie mit uns auf Instagram. Aber auch private News werden hier bekannt gegeben. Jetzt scheint es, als würde es bei der zukünftigen Astronautin Nachwuchs geben. Wir gratulieren. Ach, und nein: Die Mission ist durch die Schwangerschaft nicht “gefährdet”…

Alle, die schon einmal mitbekommen haben, dass das Internet als digitales Wild-West-Szenario beschrieben wird, werden sich nicht wundern, dass es eine Electronic Frontier Foundation gibt. Diese Vereinigung verteidigt das Recht auf freie Meinungsäußerung im Internet und untersucht das Verhalten von staatlichen Organisationen, großen Firmen wie beispielsweise Facebook, und Strippenziehern wie Cambridge Analytica. Jillian C. York leitet bei der Electronic Frontier Foundation die Abteilung für Einspruchsrecht. Zwei ihrer aktuellen Projekte befassen sich mit dem Selbstschutz gegen Überwachung und dem Aufdecken von Online-Zensur. Bevor sie Soziologie studierte, war sie übrigens Englischlehrerin in Marokko. Es gibt also viele Wege, die zum Ziel führen, wenn man eine einflussreiche Person sein möchte, die die Welt verändern kann.

Dass viele Wege zum Ziel führen, davon kann auch Amy Cuddy erzählen. Mit 19 Jahren wurde sie in einen schweren Autounfall verwickelt. Sie erlitt so starke Kopfverletzungen, dass sie, als sie in der Abteilung für Schädeltrauma zu sich kam, von ihrer Familie bereits vom College abgemeldet worden war. Auch die Ärzte rieten ihr während der Therapie dazu, einen anderen Lebensweg einzuschlagen. Niemand konnte sich vorstellen, dass sie jemals wieder studieren würde. Heute lehrt Amy Cuddy im Studiengang Psychologie an der Harvard University, ihren TED-Talk zur Wirkung von Körpersprache auf unser Denken haben über 14.000.000 Menschen gesehen, und ihr Buch “Dein Körper spricht für dich” wurde in 32 Sprachen übersetzt. Auf Instagram können wir den Weg ihrer beeindruckenden Karriere verfolgen, an ihren Einsichten teilhaben und uns von ihrer Begeisterung für amerikanische Rock-Oldies anstecken lassen.

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Natascha Wegelin hat eine Mission: Finanzielle Unabhängigkeit für Frauen. Das klingt 2018 nach einer Selbstverständlichkeit, ist es aber noch immer nicht. Das kann an struktureller Benachteiligung liegen, aber auch kulturelle und gesellschaftliche Gründe haben. Doch bei Madame Moneypenny geht es nicht darum, wer oder was schuld ist. Es geht nicht um das Warum, sondern darum, etwas zu ändern. Madame Moneypenny ist nicht nur ein Instagram-Profil. Natascha Wegelin führt auch einen Blog, eine unterstützende Facebook-Gruppe, sie bietet zum Thema eine 7-Tage-Challenge, Online-Kurse und Seminare. Es gibt also Bedarf, und die in Berlin lebende Unternehmerin wird nicht müde werden, Frauen die Sorge vor dem Umgang mit Finanzen abzugewöhnen.

Welche Frauen inspirieren dich und sind so etwas wie deine persönlichen Heldinnen? Teile es uns in den Kommentaren mit!

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Das Titelbild, auf dem Nicola Baumann zu sehen ist, ist übrigens von Wikipedia

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