Der erste Spacewalk nur mit Frauen steht bevor

Words by Jana Ahrens
Photography: NASA
Offizielles Porträt einer lächelnden Frau mit lockigen braunen Haaren, die einen gelben Raumanzug mit USA-Flagge trägt, ihren Helm im Arm

Es ist der zweite Anlauf für den ersten Weltraumspaziergang nur mit Frauen: Am 21. Oktober werden die Astronautinnen Christina Koch und Jessica Meir gemeinsam für die NASA aus der Internationalen Raumstation ins All treten. Ihr Auftrag lautet, neue Lithium-Ionen-Batterien an der Station anzubringen, um die Energieversorgung für die Zukunft zu sichern.

 

Warum der erste Frauen-Spacewalk scheiterte

Der erste Ausflug ins All mit einem rein weiblichen Astronauten-Team war bereits für März 2019 geplant. Doch der gemeinsame Spacewalk von Christina Koch und Anne McLain scheiterte daran, dass nur ein Raumanzug mit einer Torso-Größe in Medium einsatzbereit war. Auf Social Media entbrannte eine hitzige Diskussion darüber, wie es sein könne, dass zwei Astronautinnen mit bekannten Größen an Bord der Internationalen Raumstation arbeiteten, es aber nur einen Raumanzug in ihrer Größe gebe.

Daraufhin präzisierte das NASA-Team noch einmal die Angaben: An Bord der ISS seien genug Raumanzüge in Größe M vorhanden, doch das neue Konfigurieren eines zweiten Anzugs auf Torso-Größe M würde sowohl den Zeitplan durcheinander bringen als auch die Sicherheit der Astronautinnen gefährden. Es sei sicherer, einen Tausch der Astronauten durchzuführen als einen Tausch der Anzüge.

Christina Koch und NASA Kollege Nick Hague arbeiten an U.S.-Raumanzügen in der Quest Luftschleuse der Internationalen Raumstation.

 

So traten am 22. März Christina Koch und Kollege Nick Hague (in einem größeren Anzug) eine Serie von drei Spacewalks an. Die Astronautin Anne McClain stimmte dieser Planänderung laut Aussage der NASA selber zu. Sie ist inzwischen wieder sicher auf der Erde gelandet.

 

Astronautin Jessica Meir folgt auf Anne McClain

Ihre Nachfolgerin, Jessica Meir, traf am 29. September auf der ISS ein und wurde von ihren KollegInnen freudig begrüßt.

Christina Koch und Jessica Meir sind gut auf ihren gemeinsamen Ausflug ins All vorbereitet. Sechs Jahre trainierten sie gemeinsam in der NASA-Astronautenklasse »8 Balls«, bevor sie ihren Flug in Richtung ISS antraten. Dass sich inzwischen 50 % dieser 8-köpfigen Klasse von Astronauten an Bord der ISS befinden, bezeichnet die NASA als zusätzlichen Erfolg.

 

Auf Nachfragen zur derzeitigen Verfügbarkeit von Raumanzügen ließ das Team an Bord der ISS verlauten, dass Christina Koch sich persönlich um die sichere Neukonfiguration des zweiten Anzugs in Torso-Größe M gekümmert habe. Dem Ausflug ins All von Koch und Meir steht also nichts mehr im Wege.

Den Spacewalk live miterleben

Allen, die diesen besonderen Spacewalk live verfolgen möchten, empfehlen wir den Kanal NASA Live. Die NASA ist dazu verpflichtet, sämtliches mediales Material mit der Öffentlichkeit zu teilen. Zur Einstimmung gäbe es also auch noch Tonmitschnitte der Apollo-Missionen oder einen mit Ambient-Musik hinterlegten Live-Stream von der auf die Erde gerichteten Kamera der Space Station.   

Links Christina Koch und rechts Jessica Meir: Die Frauen, die gemeinsam das Upgrade an den Lithium-Ionen-Akkus der Internationalen Raumstation vornehmen werden.

 

Christina Koch wird nach ihrem letzten Spacewalk übrigens noch bis Februar 2020 auf der ISS verweilen. Damit würde sie zusätzlich einen Rekord brechen: Noch nie war eine Frau länger im All als sie. Einzig übertroffen würde Koch dann noch von ihrem männlichen Vorgänger Scott Kelly, der 340 Tage an Bord der ISS verbrachte. Diese Zahl wird Koch nicht erreichen, mit welcher sie den Rekord für Frauen halten wird, dass muss sich im Februar 2020 noch genau zeigen.

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Dabei interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Zum Schönen gehört natürlich auch, wenn sich komplexe Themen in verständliche Zusammenhänge zerlegen lassen. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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