Mehr Rente durch Ehrenamt? Diese Möglichkeiten gibt es!

Words by Arzu Gül
Photography: Pressfoto / Freepik
Lesezeit: 2 Minuten
Großmutter und Enkelin lächeln in die Kamera - Ehrenamt Rente

Viele RentnerInnen gehen heute einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach. Häufig werden diese sogar vergütet. Doch worauf müssen RuheständlerInnen bei diesem Nebenverdienst achten?

Der Gedanke an die Rente ruft bei Menschen sehr unterschiedliche Gefühle hervor. Die einen freuen sich auf den Ruhestand und die arbeitsfreie Zeit und haben schon ausführliche Vorstellungen davon, welche Reisen und Tätigkeiten sie unternehmen werden. Anderen bereitet die Zeit nach der Berufstätigkeit Sorgen. Der Drang, die neugewonnene Zeit mit sinnvollen Aufgaben zu füllen und das Gefühl, trotz weitreichenden Wissens und umfassender Kompetenzen im Berufsleben nicht mehr gebraucht zu werden, gehen Hand in Hand. Was also tun, wenn man sich zu jung fühlt, um »alt« zu sein? 

In Deutschland liegt das gesetzliche Renteneintrittsalter bei 67 Jahren. Alle Jahrgänge, die ab 1964 geboren sind, unterliegen dieser Regelung. Gleichzeitig liegt die Lebenserwartung in Deutschland bei 79,1 Jahren für Männer und 84,1 Jahren für Frauen. Durchschnittlich warten auf die Menschen in der Bundesrepublik nach dem Arbeitsleben also noch gut 15 Jahre Lebenszeit. Natürlich liegt es nahe, in dieser Zeit all die Dinge zu tun, die aufgrund des Berufes lange auf der Strecke geblieben sind. In vielen wächst in dieser Zeit der Wunsch zu reisen, andere Länder und Kulturen kennenzulernen, mehr Zeit mit Kindern oder Enkelkindern zu verbringen oder alte und neue Hobbys aufzunehmen und im sozialen Umfeld aktiv zu bleiben. 

Ehrenamtspauschalen ermöglichen abzugsfreien Nebenverdienst

Doch nicht allen reichen Hobbys und Verabredungen auf Dauer aus. Für viele bieten sich in diesem Fall ehrenamtliche Tätigkeiten an. In Deutschland gehen rund 30 Millionen Menschen und somit jede*r Dritte einer ehrenamtlichen Tätigkeit nach. Besonders ältere Personengruppen engagieren sich überdurchschnittlich oft in sozialen Aufgabenfeldern. Dabei können die ausgeübten Tätigkeiten sehr vielfältig sein: von Diensten in Jugendorganisationen, Sportvereinen und im Umweltschutz über die Betreuung von Kindern, Kranken und älteren Menschen bis hin 3oder der freiwilligen Feuerwehr. Es gibt viele Bereiche im öffentlichen und sozialen Raum, die ohne die Hilfe von freiwilligen Helfern gar nicht mehr existieren würden.

Obwohl Ehrenämter strenggenommen Tätigkeiten sind, die ohne Entlohnung ausgeübt werden, haben sich in einigen Bereichen inzwischen Aufwandsentschädigungen durchgesetzt. Im Rahmen von Freibeträgen (Pauschalen) können Interessierte jeden Alters somit ohne komplizierte steuer- und sozialversicherungsrechtliche Vorschriften eine kleine Vergütung erhalten. Aktuell liegt diese Pauschale bei 720 Euro pro Jahr. Der Bundesrat strebt für 2020 sogar eine Erhöhung auf 840 Euro an. Wichtig: Die Tätigkeit muss der Förderung eines gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecks dienen, beispielsweise als Vereinsvorstand, im Reinigungsdienst oder im Fahrdienst von Eltern zu Auswärtswettkämpfen von Kindern. Ob Freibeträge in Anspruch genommen werden können, sollte daher im Vorfeld abgeklärt werden.

Keine Rentenminderung nach der Regelaltersgrenze

Interessant ist auch die Übungsleiterpauschale, die für bestimmte ehrenamtliche Tätigkeiten im pädagogischen Bereich anfällt. Wer als AusbilderIn, TrainerIn oder ChorleiterIn tätig ist, kann mit 2400 Euro jährlich steuer- und sozialversicherungsfrei vergütet werden. Gleiches gilt für Einnahmen aus der Pflege alter, kranker und behinderter Menschen. Die Pauschale kann sogar mit einer zweiten ehrenamtlichen Tätigkeit kombiniert werden, für die dann die allgemeine Ehrenamtspauschale gilt. 

Es gilt aber zu beachten: Wer vor Erreichen der Regelaltersgrenze bereits eine Rente bezieht und eine ehrenamtliche Tätigkeit ausüben möchte, die vergütet wird, sollte unbedingt vorher mit dem Rentenversicherungsträger sprechen. Denn: Übersteigt die Aufwandsentschädigung die kalenderjährliche Hinzuverdienstgrenze von 6300 Euro, so wird ein Teil wieder von der Rente abgezogen, wodurch diese sich später mindert.

Wer die Regelaltersgrenze jedoch bereits erreicht hat, kann hingegen unbegrenzt neben der Altersrente hinzuverdienen. Die Rente mindert sich in diesem Falle nicht. Der Hinzuverdienst kann aber möglicherweise steuerpflichtig sein. 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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