Business-Briefing mit Dörte Lange von Lissome

27.11.2018
Words by Jana Ahrens
Dörte Lange ist die Frau hinter dem Lissome-Magazin

Die schönsten Fotos von nachhaltiger Mode, die besten Artikel zu modernem Handwerk und die spannendsten Projekte mit Kreativen gibt es beim Lissome-Magazin. Wer dahintersteckt? Die Kommunikationsdesignerin Dörte Lange. Im Business-Briefing verrät sie uns, was ihr besonders wichtig ist und worauf sie dafür verzichtet.

Mein Jobtitel: Ich bin Kreativdirektorin, Kommunikations-Designerin und Herausgeberin des Lissome-Magazins.

Welche Aufgaben sich dahinter verbergen: Im Frühjahr 2016 habe ich Lissome als Online-Magazin und Kreativ-Agentur für nachhaltige Mode und Lebensstil gegründet. Inzwischen arbeite ich im Zusammenspiel mit einem tollen, internationalen Team von Fotografen, Stylisten und Autoren. Wir verfassen wöchentlich neue Artikel, in denen wir die Themen Nachhaltigkeit in der Mode, achtsame Lebensführung, Mindfulness, Umweltschutz und Aktivismus aufgreifen. In unseren monatlichen Mode-Editorials setzen wir diese Themen mit den Mitteln der Modefotografie kreativ um. Als Magazin und Agentur unterstützen und feiern wir die bahnbrechende Arbeit innovativer Designer und Nachhaltigkeitspioniere. Wir zeigen auf, wie verantwortungsbewusste Entscheidungen getroffen werden können. Wir verbreiten eine neue Zukunftsvision, die das Wohl von Mensch und Umwelt in den Mittelpunkt stellt.

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Bildquelle: Anna Rosa Krau – Styling: Sophia Schwan – Hair + Makeup:
 Eva Dieckhoff @Bigoudi
using Nui Cosmetics sponsored by Savue Beauty – Pullover: Maiami

Mein Arbeitsalltag ist hierbei sehr vielfältig. Vieles ist Organisation. Ich koordiniere Projekte, korrespondiere mit unserem festen Lissome-Team, externen Kreativen, unseren Interviewpartnern und Agenturkunden, um Magazininhalte und Kundenprojekte fristgerecht umzusetzen. Gleichzeitig ist meine Arbeit sehr kreativ. Ich gebe die Hauptimpulse für unseren Redaktionsplan, Anregungen für unsere Shootings, verfasse selbst Artikel und kümmere mich um die Gestaltung unserer Webseite und des Seitenlayouts. Zusätzlich arbeite ich als Designerin an Kundenprojekten, berate sie in den Bereichen Marken-Identität und Marken-Kommunikation und helfe ihnen bei der Gestaltung und Umsetzung ihres visuellen Erscheinungsbilds, ihrer Fotokampagnen, Printprodukte und Webseiten.

Ich trenne meine Arbeit und mein Leben nicht wirklich.

Wie viel ich gern pro Woche arbeiten würde: Ich trenne meine Arbeit und mein Leben nicht wirklich. Meine kreative Arbeit ist mir sehr wichtig. Sie gibt mir Erfüllung und ist ein essentieller Teil meines Lebens. Mein Ziel und Traum ist es, dass ich ausschließlich von meiner kreativen Arbeit und von Projekten leben kann, die mit meinen Werten im Einklang sind. Und dass ich mir die Freiheit erhalten kann, meinen eigenen, inneren Bedürfnissen zu folgen und manchmal mehr und manchmal weniger zu arbeiten.

Wie viel ich tatsächlich pro Woche arbeite:Ich liebe meine Arbeit sehr, deswegen fühlt sie sich häufig nicht wirklich nach Arbeit an. Das führt oft dazu, dass ich lange Stunden vor dem Rechner verbringe, von früh morgens bis in den Abend hinein. Meistens merke ich erst, dass alles ein bisschen zu viel war, wenn ich auf einmal eine große Sehnsucht nach Urlaub, Reisen und Auszeit verspüre.

So strukturiere ich mich selber:Am Ende einer jeden Woche erstelle ich eine To-do-Liste für die kommende Woche. Ich liste meine Termine und Aufgaben nach den Wochentagen auf. Das gibt mir eine gute erste Grundstruktur, die ich dann flexibel variieren kann. Ich liebe es, dass ich mir als Freiberuflerin meine Zeit selbst einteilen kann. Das ist ein wunderschönes Privileg, für das ich sehr dankbar bin.

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Bildquelle: Anna Rosa Krau @ Klaus Stiegemeyer – Styling & Art Direction: Dörte Lange – Hair & Makeup: Patricia Heck – Tücher: Aiayu

Die Aussicht von meinem Arbeitsplatz:Ich schaue durch ein großes Balkonfenster im vierten Stock direkt auf einen freien Himmel und den Giebel einer roten Backsteinkirche. Es ist ein sehr freier und sehr ruhiger Blick.

Meine Lieblingspause: Ich habe in den letzten Jahren so viele großartige Bücher gelesen, die mich sehr inspiriert haben: Sapiens von Yuval Noah Harari, Doughnut Economics von Kate Raworth, The Doors of Perception von Aldous Huxley – und gerade lese ich gleichzeitig Earth is Hiring von Peta Kelly und The Green Imperative von Victor Papanek. Ich versuche eigentlich jeden Tag, mir Pausen zum Lesen zu nehmen. Lesen eröffnet mir den Zugang zu neuen geistigen Welten und zu einem tieferen Verständnis von Weltgeschichte und Menschsein.

Seit einigen Wochen meditiere ich jeden Morgen, und das tut wahnsinnig gut.

So halte ich mich wach: Morgens früh bin ich immer wach. Ich mag die frühen Morgenstunden sehr, wenn alles noch ganz ruhig ist und sich der Tag so frisch und neu anfühlt. Dafür werde ich am Abend sehr müde und versuche auch nicht, mich wach zu halten. Um 22 Uhr gehe ich meistens schon schlafen.

Meine Energie hole ich mir hier: Seit einigen Wochen meditiere ich jeden Morgen, und das tut wahnsinnig gut. Meistens nur kurz, für zehn bis fünfzehn Minuten. Zu ruhiger Meditationsmusik horche ich in mich, atme und schaue, wie es mir körperlich und mental gerade so geht. Durch die Reise nach Innen gelingt es mir immer besser, mich zu erden und mir ein inneres Kraftfeld aufzubauen. Das hilft mir, im Trubel des Alltags die Balance zu halten und anderen Menschen und Situationen mit positiver Energie, Empathie und mehr Gelassenheit zu begegnen.

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Bildquelle: Anna Rosa Krau @ Klaus Stiegemeyer – Styling: Sophia Schwan @ Klaus Stiegemeyer – Seidentop und Hose: Maria Morgana

Meine Komfortzone endet hier: Als introvertierter und hochsensibler Mensch muss ich meine Komfortzone gefühlt sehr oft verlassen, um meine Gedanken und Ideen mit der Welt teilen zu können. Aber ich halte es für extrem wichtig, diesen Schritt zu tun. Ich glaube, dass man als Mensch nur wachsen kann, wenn man sich regelmäßig und bewusst aus der eigenen Komfortzone entfernt und sich auf neue Herausforderungen einlässt.

Wenn ich diesen Job nicht machen würde, dann wäre ich: Filmregisseurin, Investigativ-Journalistin oder lehrend tätig. Und in einem nächsten Leben vielleicht Tänzerin.

In den nächsten Monaten freue ich mich auf: Die Konzeption und Umsetzung einer jährlichen Printausgabe des Lissome-Magazins.

Das Beitragsbild ist übrigens von Bella Fenning

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Jana Ahrens

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Bis 2013 hat sie als Modedesignerin gearbeitet. Seitdem widmet sie sich dem Schreiben. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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