Business-Briefing mit Ann-Sophie von der Female Company

Words by Jana Ahrens
Photography: Linda Ambrosius
Portrait einer dunkelblonden Frau mit schulterlangen Haaren, die rückwärts auf einem gelben Klappstuhl sitzt und schwarze Kleidung trägt.
Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier sind schon seit langem genervt von verschiedenen Fakten rund um das Thema Tampons. Dazu gehören die Mehrwertsteuer von 19 % auf Tampons und die fehlenden Angaben zu den Inhaltsstoffen der konventionellen Tampons. Was sie aus dieser Frustration gemacht haben? Eine eigene Firma namens „The Female Company“. Hier machen Sinja und Ann-Sophie die Regeln. Und wenn Bücher nur mit 7 % besteuert werden, Tampons aber mit 19 %, dann gibt es jetzt eben Bücher mit Tampons drin.

Wie der Alltag um solche spannenden Projekte aussieht, das hat uns Ann-Sophie im Business-Briefing verraten.

 

Mein Jobtitel: Ich bin CEO – also Chief Executive Officer oder auch Geschäftsführerin – bei The Female Company. CEO ist man beim eigenen Startup schließlich früh.  

Welche Aufgaben sich dahinter verbergen: Im Februar 2018 haben wir The Female Company gegründet und haben unser Unternehmen ein Jahr lang komplett selbstfinanziert aufgezogen. Das ist nicht immer easy – aber jeder Tag ist aufregend und selbstbestimmt. Das liebe ich und dafür bin ich super dankbar! Meine Mitgründerin Sinja ist für alles rund um Logistik, Finanzen und Produktion zuständig. Ich übernehme alles rund um Marketing, Human Resources und die Technologie.

Die Gründerinnen Ann-Sophie Claus und Sinja Stadelmaier gemeinsam im Badezimmer, dem natürlichen Umfeld für Tampons.

Wie viel ich gern pro Woche arbeiten würde: Tatsächlich bin ich davon überzeugt, dass es verschiedene Phasen im Leben gibt, in denen unterschiedliche Dinge für mich als Person wichtig sind. Mein Unternehmen steht in der aktuellen Phase auf jeden Fall sehr weit vorne auf der Prioritätenliste. Deswegen arbeite ich gerne viel. Woran das liegen mag: Ich gehe jeden Tag richtig gerne zur Arbeit, zu meinem super engagierten Team, in mein erstes eigenes Büro. Dafür lohnt es sich meiner Meinung nach, auch mal länger wach zu bleiben.

Wie viel ich tatsächlich pro Woche arbeite: Eine 60-Stunden-Woche kommt aktuell hin. Man muss aber dazu sagen, dass es auch Wochen gibt, in denen ich wesentlich weniger arbeite. Aktuell bereiten wir den Launch unserer Produkte im dm-drogerie markt vor und sind deswegen gerne länger im Büro.

 

So strukturiere ich mich selber: Mich zu fokussieren ist das, was mir am schwersten fällt. Ich versuche, mir zweistündige Fenster für ein bestimmtes Thema vorzunehmen und beispielsweise mein Mail-Programm von 11 bis 17 Uhr nicht zu öffnen.

Die Bio-Tampons von The Female Company in der schönen Boops Box.

Die Aussicht von meinem Arbeitsplatz: Momentan ist das noch nicht die schönste Aussicht. Leider. Als junges Unternehmen kann man sich noch keinen Blick über den Stuttgarter Kessel leisten. Aber: Was nicht ist, das kann noch werden. Ein schöner Garten und Außenbereich, in dem man im Sommer arbeiten oder Mittagspause machen kann, wäre meine Traumvorstellung.

Meine Lieblingspause: Wenn ich mir Zeit für Familie, Freunde und meinen Freund nehmen kann, genieße ich das. Tolle Menschen, die man liebt, geben einem unheimlich viel Kraft.

So halte ich mich wach: Seit der Gründung trinke ich tatsächlich kaum mehr Kaffee. Gefühlt bin ich ziemlich häufig auf einem sehr wachen Level, da über den Tag unheimlich viel passiert: Hochs und Tiefs. Im ersten Jahr musste ich eher lernen, wieder richtig tief und gut zu schlafen, weil ich viele Gedanken mit ins Bett genommen habe.

Meine Energie hole ich mir hier: Gerade tatsächlich hauptsächlich aus meinem Arbeitsalltag.

Ich freu mich auf die Steuersenkung für Tampons, die langsam mal kommen sollte!

Ann-Sophie Claus

Meine Komfortzone endet hier: Wir sind innerhalb der letzten 1,5 Jahre über so einige Schatten gesprungen. Wir haben auf großen Bühnen gepitcht, wie beispielsweise auf der NOAH Conference. Was sich aktuell noch außerhalb meiner Komfortzone befindet, ist das Verhältnis zu meinen Mitarbeiter*innen. Ich lerne gerade erst, wie man Mitarbeiter*innen gut führt und eine tolle Teamkultur aufbaut.

Wenn ich diesen Job nicht machen würde, dann wäre ich: Ich wäre Ärztin für Ärzte ohne Grenzen in Afrika. Und da das jetzt nicht klappt, plane ich das fest für später ein.

In den nächsten Monaten freue ich mich auf: Ich freue mich auf den Launch von The Female Company beim dm-drogerie markt. Aber jetzt erstmal auf die Steuersenkung für Tampons, die wir hoffentlich durch The Tampon Book erzielen!

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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