Warum es immer mehr ExpertInnen für Brot gibt

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Roman Kraft auf Unsplash
Es gibt immer mehr BrotexpertInnen
Wenn wir über eine Sommelière oder einen Sommelier sprechen, meinen wir in den meisten Fällen GetränkespezialistInnen. Vor allem wenn es um das Thema Wein geht, haben wir es hier mit echten ExpertInnen zu tun. Doch es gibt auch immer mehr Brot-Sommeliers. Und die kennen sich – na klar – besonders gut mit Brot aus. 
 

Nur die wenigsten haben bisher von der Job-Bezeichnung der Brot-Sommelière oder des Brot-Sommeliers gehört. Die Fortbildung für BäckermeisterInnen gibt es seit 2015 und wird vom Deutschen Brotinstitut an der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk in Weinheim (Baden-Württemberg) angeboten. Insgesamt haben bisher 72 AbsolventInnen den Lehrgang abgeschlossen – doch das Interesse an dieser speziellen Profession wird immer größer. 

Brot-Sommelières & Brot-Sommeliers: Das ist ihr Job

Die Bedeutung von Brot bleibt ungebrochen. Denn für die meisten Deutschen gehört es unbedingt täglich auf den Tisch. Auch in Restaurants wird die Auswahl des passenden Brotes immer wichtiger. Vor allem die zunehmenden Unverträglichkeiten stellen Kunden und natürlich auch die BäckermeisterInnen vor neue Herausforderungen. Immer mehr ExpertInnenwissen ist gefragt: »Das Thema Brot gewinnt an Bedeutung (…). Hierzu braucht es Brotexperten, die bestens in der Lage sind, ihr umfangreiches Wissen gegenüber Kunden und Medien darzustellen. Bedingung dafür sind umfassende sensorische Fertigkeiten, ebenso wie tiefe Kenntnisse über die nationale wie internationale Brotkultur sowie die verschiedensten Brotspezialitäten und ihre Verwendung, bis hin zum ›Food-Pairing‹ bzw. ›Bread-Pairing‹: Welches Brot passt zu welcher Speise?«, erklärt das Deutsche Brotinstitut auf seiner Webseite. 

Laut Schätzungen gibt es aktuell mehr als 3.000 verschiedene Brotspezialitäten, die es alle zu kennen gilt. Am liebsten essen die Deutschen übrigens Mischbrote, also Brote auf Basis einer Mischung aus Weizen- und Roggenmehlen. An zweiter Stelle kommt das Toastbrot, gefolgt von Vollkornbroten, reinen Weizenbroten sowie Roggenbroten.

Brot-Experten auf großer Mission

Wer sich das umfangreiche Wissen rund um eines der beliebtesten Nahrungsmittel aneignen und die Fortbildung antreten möchte, benötigt einen Meisterbrief im Bäckerhandwerk oder eine vergleichbare Qualifikation. Die Ausbildung findet immer berufsbegleitend statt und dauert ein Jahr. Von Januar bis November gibt es acht Präsenzmodule zu je drei Tagen. Während dieser Module wird Wissen aus den Bereichen Brothistorie, Brotkultur, Brauchtum mit Brot, Brot in Religion und Kunst, Bedeutung des Brotes für die menschliche Ernährung, regionale Brotspezialitäten aus Deutschland, Brotsorten aus anderen Ländern und Kontinenten, Faktoren für Frischhaltung und Haltbarkeit, Qualitätsfaktoren für Brot und ihre Bestimmung, optimale »Bread-Pairings« sowie aktuelle Marktzahlen zum Brotkonsum vermittelt, heißt es. Hinzu kommen Arbeits- und Lernphasen, die zuhause absolviert werden sollten. 

Am Ende steht die staatlich anerkannte Prüfung der Handwerkskammer Mannheim Rhein-Neckar-Odenwald. Mehrere Dutzend Brot-Sommelières und -Sommerliers tragen nach bestandener Prüfung ihre Kenntnisse in die Welt, sorgen für das gewisse Etwas in Restaurants oder veranstalten sogar Genuss-Events. Und wer nun keine Neuigkeiten und Termine zum Kulturgut Brot mehr verpassen möchte, sollte künftig auf jeden Fall das Deutsche Brotinstitut im Auge behalten.

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Bildung

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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