Brie Larson: Eine fantastische Schauspielerin zeigt Haltung

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Charley Gallay/Getty Images for Turner Image
Brie Larson bei den 24. Annual Screen Actors Guild Awards
Pünktlich zum internationalen Weltfrauentag (8. März) rückt Brie Larson in den Fokus der Öffentlichkeit. Zum einen, weil sie die Hauptrolle in Marvels neuem Superheldenfilm »Captain Marvel« spielt – und zum anderen, weil die Schauspielerin mit gutem Beispiel an vorderster Front kämpft und sich für Moralität und Gleichberechtigung einsetzt.

Brianne Sidonie Desaulniers, besser bekannt als Brie Larson, ist in den letzten Jahren zu einer Art Rollenvorbild geworden – und dabei war dies nie etwas, was die Schauspielerin, die nebenbei auch noch Sängerin, Songschreiberin und Filmemacherin ist, bewusst forciert hätte. In manche Rollen wachsen wir Menschen eben einfach so hinein. 

Comedy, Thriller, Action, Drama: Brie Larson beherrscht jedes Genre

Brie Larson wusste schon früh, dass sie Schauspielerin werden wollte. Seit ihrem 6. Lebensjahr verfolgt sie diesen Traum und wurde durch ihren unerschütterlichen Willen und den starken Glauben an sich selbst als jüngste Schülerin überhaupt am American Conservatory Theater in San Francisco aufgenommen.

Nach ihrer ersten festen Anstellung in der »Tonight Show« mit Jay Leno – zu diesem Zeitpunkt war sie 9 Jahre alt – stand sie immer wieder für Serienproduktionen vor der Kamera, für die sie mehrfach für den Young Artist Award nominiert wurde. Ihren Durchbruch erlangte Brie mit der preisgekrönten Fernsehserie »Taras Welten«. Für die Rolle in dem klaustrophobischen Thriller »Room«, in dem sie mit ihrem Filmsohn in einem Raum eingeschlossen ist, bekam sie nicht nur einen Oscar und einen Golden Globe in der Kategorie »Beste Hauptdarstellerin«, sondern auch einen SAG- (Screen Actors Guild Award) und einen BAFTA-Award (British Academy Film Award) verliehen.

 

In intensiven Gesprächen mit meinen farbigen Kolleginnen habe ich mehr über Rassentrennung am Set und bei unseren PR-Terminen erfahren. Ich habe erfahren, wie sich Menschen mit Behinderungen ausgeschlossen fühlen.

 

Brie Larson: Eine Heldin vor und abseits der Kamera

Und jetzt folgt der starke Kontrast: In »Captain Marvel« – der Film basiert auf einer Comic-Figur von Marvel, die bereits 1968 erfunden wurde – spielt sie nun die starke Heldin Carol Danvers, die die Welt retten soll und wird. Die Comic-Verfilmung, der von fünf Drehbuchautorinnen geschrieben und von der Regisseurin Anna Boden (im Team mit Ryan Fleck) inszeniert wurde, setzt neue Maßstäbe, die Brie Larsons Handeln in der Öffentlichkeit unterstützen. Für sie ist Gleichberechtigung ein hohes Gut – dabei wird sie nicht müde zu betonen, dass sie sich wünsche, wir wären bei diesem Thema insgesamt bereits weitergekommen. Am Rande eines Berlin-Besuchs vor ein paar Wochen erklärte sie: »Ich wünschte, manche Sachen würden sich schneller ändern. Aber wir haben jetzt eine tiefgründige Debatte, die es vorher nicht gab. Und das wird sich auch auswirken.«

 

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Im Zuge der »Me too«-Debatte haben Hunderte Hollywoodstars die »Time’s Up«-Bewegung ins Leben gerufen, für die sich auch Brie Larson stark macht: »Das ist etwas, das bei mir immer mehr Raum einnimmt. Eine gute Gelegenheit für Frauen, zusammenzukommen und sich auszutauschen.« Die Bewegung unterstützt Frauen und steht ihnen in Notsituationen, wie etwa nach einem sexuellen Übergriff, mit Rat und Tat sowie rechtlichem Beistand zur Seite.

 

Es sollte überhaupt mehr Frauen geben. In jeder Branche, in jeder Position. Mehr Frauen und mehr Menschen mit anderer Hautfarbe.

 

Dass Brie darüber hinaus konsequent für ihre Ansichten einsteht, zeigte sie unter anderem auch bei den Oscars im Jahr 2017: Hier überreichte sie dem besten Schauspieler, Casey Affleck, gegen den zu diesem Zeitpunkt Vorwürfe wegen sexueller Belästigung im Raum standen, seine Trophäe. Doch das tat sie völlig wortlos und ließ den Schauspieler dann auch noch völlig emotionslos einfach so stehen. Eine Geste, die ihr viel Respekt und Anerkennung einbrachte.

 

Captain Marvel als Retterin der Welt

Viel Respekt wird ihr mit Sicherheit auch die Rolle der allerersten weiblichen Superheldin in einem Marvel-Kinofilm einbringen (nachdem bereits »Jessica Jones« als Netflix-Serie den Anfang gemacht hatte). Obwohl seit einiger Zeit böse Kommentare im Netz kursieren, da die Vorstellung von einer starken Superheldin noch immer nicht jedem zu schmecken scheint und sogar von Boykott die Rede ist, lässt sich Brie Larson nicht verunsichern. Sie weiß, was es heißt, eine wahre Heldin zu sein, und bestach in der Vorbereitung auf den Film nicht nur mit ihrem scharfen Verstand, sondern verstand auch erstmalig, was es bedeutet, sich monatelang intensiv mit dem eigenen Körper auseinanderzusetzen.

 

 

Neun Monate Krafttraining später begannen nicht nur die Dreharbeiten – Brie war auch in der Lage, 100 Kilogramm Gewichte zu stemmen. Für sie persönlich ist das eine unglaubliche Leistung, die sie sowohl körperlich als auch mental gestärkt hat. Doch nicht nur im Fitnessstudio ging die Schauspielerin an ihre körperlichen Grenzen. Sie stieg auch zusammen mit der Generalin Jeannie Leavitt, der ersten Kampfjet-Pilotin der US-Airforce, in einen Jet – ein Ausflug, der der Schauspielerin mächtig auf den Magen schlug, doch abbrechen und aufgeben kam für Brie nicht infrage.

Das Ergebnis ihrer harten Arbeit dürfen wir seit dem 7. März in den Kinos bestaunen. Und auch in Zukunft wird Brie noch viele weitere Auftritte als Superheldin bestreiten – angeblich hat Marvel sie bereits für sieben weitere Filme verpflichtet. Darüber hinaus wird sie uns als Frau sowie als Person des öffentlichen Lebens ganz sicher auch immer wieder zeigen, wie sie mit Hingabe, Intelligenz und Stärke die Welt nicht unbedingt retten, aber einen Teil dazu beitragen wird, sie zu einem besseren Ort zu machen.

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Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

Andreas Anders
#1 — vor 1 Woche 5 Tage
Zitat: »«...die Rolle der allerersten weiblichen Superheldin in einem Marvel-Kinofilm...«
Schlecht recherchiert, siehe Jennifer Garner / Elektra.
Aber Hey, was ignoriert man nicht alles für einen polemischen Artikel zur Lobhudelei auf den Feminismus.

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