Berufliche Weiterbildung: Endlich wieder glücklich im Job!

Words by Arzu Gül
Photography: Johnny Cohen via Unsplash
Lesezeit: 4 Minuten
Frau sitzt im Büro und schaut unglücklich durchs Fenster - Berufliche Weiterbildung

Viele Menschen haben das Gefühl, in einer beruflichen Sackgasse zu stecken. Höchste Zeit, daran etwas zu ändern. Wir zeigen dir, wie du eine berufliche Weiterbildung noch heute erfolgreich anstoßen kannst.

 

Nicht jeder Mensch hat das Privileg, sein größtes Hobby zum Beruf zu machen oder einer Tätigkeit hinterherzugehen, die ihn vollständig erfüllt. Doch auch wenn jeder Job seine Vor- und Nachteile hat und es zum Arbeitsalltag auch mal dazugehört, Aufgaben erledigen zu müssen, die einem nicht den größten Spaß bereiten, so sollte das Grundgefühl dem Beruf gegenüber dennoch ein positives sein. Wenn der Weg zur Arbeitsstätte zur Zumutung wird, die Freude auf der Strecke bleibt und auch das eigene Potenzial nicht richtig ausgeschöpft wird, ist es an der Zeit, über eine berufliche Weiterentwicklung nachzudenken.

Bei dem Gedanken an einen Neustart haben viele allerdings gemischte Gefühle. Einerseits flammt die Hoffnung auf, die Lebenssituation verbessern zu können, andererseits gehen mit einem möglichen Karrierewechsel natürlich auch Angst und Unsicherheit einher. Doch eine berufliche Neuorientierung bietet eine großartige Chance, um im Leben weiterzukommen, mehr Verantwortung zu übernehmen, die finanzielle Situation zu verbessern und die eigene Unzufriedenheit aufzulösen. Wie und wo fange ich damit aber überhaupt an?

 

1. Ist es für mich an der Zeit, den Beruf zu wechseln?

Natürlich gibt es auf diese Frage keine pauschale Antwort. Wenn es im Job mal schlechter läuft, kann das auch eine vorübergehende Phase sein. Nicht immer muss man gleich alles über den Haufen werfen – manchmal lohnt es sich auch, eine Durststrecke zu überwinden. Häufen sich jedoch die negativen Gefühle und werden die eigenen Wünsche und Ziele nicht berücksichtigt, ist dies ein Indikator dafür, dass eine berufliche Weiterentwicklung angebracht wäre. Folgende Fragen kannst du dir selber stellen, um herauszufinden, ob du an diesem Punkt bereits angelangt bist:

  • Machen mir meine Aufgaben grundsätzlich Spaß?
  • Fühle ich mich gut, wenn ich an den nächsten Arbeitstag denke?
  • Werde ich für meine Arbeitsleistung wertgeschätzt?
  • Werde ich meiner Meinung nach angemessen für meinen Job vergütet?
  • Habe ich die Möglichkeit, immer wieder etwas Neues zu lernen und mein Wissen auszubauen?
  • Erfüllen mich meine Aufgaben bzw. habe ich das Gefühl, etwas »Sinnvolles« zu tun?

Wenn du einige oder mehrere dieser Fragen mit »Nein« beantwortet hast, könnte ein beruflicher Wechsel durchaus angebracht sein.

 

2. Was will ich? Perspektiven erkennen

Sind wir uns bewusst, dass wir uns umorientieren möchten, müssen wir herausfinden, welche Tätigkeit wir eigentlich ausüben möchten. Dabei ist die Berufsfindungsphase ein Prozess, bei dem wir uns Stück für Stück der Antwort annähern müssen. Ein guter Start ist es, hierfür eine Liste zu erstellen, in der die folgenden Aspekte differenziert werden:

  • Welche Interessen habe ich? (Beruflich und privat)
  • Was kann ich (gut)? Welche Fähigkeiten/Skills habe ich?
  • Welches Wissen kann ich vorweisen? Worin bin ich »ExpertIn«?
  • Was sind meine beruflichen Wünsche? Welche berufliche Situation wäre mein Wunschideal?

Sind diese Fragen geklärt, ist es wesentlich einfacher abzugleichen, welche Berufsbilder überhaupt auf die oben genannten Kriterien zutreffen. Mithilfe von Berufsfindungstests im Internet, Beratungsgesprächen, Workshops oder Messe-Besuchen können die eigenen Interessen dann mit potenziellen Jobmöglichkeiten verglichen werden.

Die Bundesagentur für Arbeit bietet beispielsweise kostenlos ein »Berufsentdeckungstool«, ein »Selbsterkundungstool« oder einen »Berufswahltest« an. Um die eigenen Fähigkeiten besser einzuschätzen, eignet sich auch der ausführliche Persönlichkeitstest »16Personalities«, der bereits in vielen großen Unternehmen Anwendung gefunden hat. 

 

3. Kostenlose Workshops und Inhalte in Anspruch nehmen

Ein großer Vorteil, den wir der Digitalisierung zu verdanken haben, ist der unkomplizierte Zugang zu umfangreichem Wissen. Das Internet ist voll davon: In sozialen Netzwerken, auf diversen Plattformen und über Google kann man unzählige Artikel, E-Books, Workshops, YouTube-Videos und Podcasts entdecken, in denen Coaches und ExpertInnen ihr wertvolles Wissen ganz kostenfrei weitergeben. So können wir nicht nur mehr über berufliche Weiterentwicklung im Allgemeinen lernen, sondern auch unser Wissen in konkreten Themengebieten auffrischen und erweitern. 

Auf der Plattform »Google Zukunftswerkstatt« werden viele Online-Kurse angeboten, in denen PraxisexpertInnen zum Beispiel lehren, wie man es im Web zu Erfolg bringt. So gibt es Kurse zu den Themen Digitales Marketing, Social Media und Technologien, aber auch Kurse zur Persönlichkeitsentwicklung, in denen man zum Beispiel lernen kann, wie man effizienter arbeitet oder vor einem Publikum selbstsicher spricht. Einige der Kurse beinhalten sogar eine Zertifizierung, die AbsolventInnen in ihren Lebenslauf aufnehmen können.

Mehr Infos finden sich unter: https://learndigital.withgoogle.com/zukunftswerkstatt/

Der Austausch mit Gleichgesinnten kann bei Fragen der beruflichen Weiterbildung helfen

4. Zeit und Geld in die Weiterbildung investieren

Dank digitaler Angebote gibt es relativ viele kostenlose Möglichkeiten, unsere Weiterbildung voranzubringen. Wer aber in einem anerkannten und zertifizierten Berufsfeld arbeiten möchte, kommt nicht umhin, sich offiziell umschulen zu lassen. Wurden Branchen und Tätigkeitsfelder im Vorfeld klar identifiziert, so kommen unter Umständen E-Learning-Plattformen oder Akademien infrage, die im gewünschten Bereich Kurse anbieten.

Eine der führenden Weiterbildungsunternehmen ist die Haufe Akademie mit über 1.200 Themen aus allen betrieblichen Bereichen. Hier können sich Interessierte aus- und weiterbilden lassen, entweder in bundesweiten Präsenz-Seminaren in einer von 70 Städten oder online auf der eLearning-Plattform. 

5. Bildungsprämie beantragen

Viele wissen gar nicht, dass eine Weiterbildung in vielen Fällen vom Staat gefördert wird. Hierfür gibt es die sogenannte »Bildungsprämie«, die Menschen mit geringem Einkommen dabei unterstützt, eine Weiterbildung zu finanzieren. Die finanziellen Mittel werden dabei vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Europäischen Sozialfonds bereitgestellt. Mit dem sogenannten Prämiengutschein können sich Einzelpersonen bis zu 50 % der Kosten (maximal 500 Euro) für ihre Kurse erstatten lassen. Per Online-Vorabcheck lässt sich schnell klären, ob eine Förderung im eigenen Fall infrage kommt.

Weitere Infos zur Bildungsprämie gibt es hier: https://www.bildungspraemie.info

 

6. Netzwerken und Menschen kennenlernen

Der Weg in eine neue berufliche Zukunft ist sicher nicht immer einfach, aber mit Gleichgesinnten fällt es einem in jedem Fall leichter. Dass wir heutzutage über Social Media die Möglichkeiten haben, uns mit Menschen aus aller Welt auszutauschen, sollten wir uns auch in diesem Bereich zunutze machen. Über Facebook-Gruppen oder Hashtags auf Twitter und Instagram können wir leicht Personen mit den gleichen Interessensgebieten ausfindig machen und mit Menschen in Kontakt treten, die bereits in unserem Wunschberuf erfolgreich sind. So können die wichtigsten Fragen zu Anforderungen und Berufsalltag geklärt und hilfreiche Tipps ausgetauscht werden. 

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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