Ärzt*innen-Mangel: CSU fordert Ausbau der Studienplätze

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Piron Guillaume auf Unsplash
Was tun gegen den Mangel an Ärztinnen und Ärzten? Das ist der Plan…

Auf dem Land gibt es kaum noch welche und auch in der Stadt verlängern sich die Wartezeiten zusehends: ÄrztInnen fehlen an allen Ecken und Enden. Der Grund dafür ist nicht das fehlende Interesse an der Profession, schuld sind eher die fehlenden Ausbildungsmöglichkeiten. 

 

Seit Jahren haben wir das Problem, dass ländliche Arztpraxen keine NachfolgerInnen mehr finden und über kurz oder lang geschlossen werden müssen. Im Vergleich dazu möchte man in städtischen Regionen beinah von einem Überangebot sprechen – doch eben nur beinah. Denn scheint es hier zwar genügend Praxen zu geben, doch gerade wenn es um spezielle Fachrichtungen geht, warten PatientInnen selbst hier mehrere Monate auf einen Termin. 

Bayern stockt Studienplätze für Medizin immer weiter auf

Eine Situation, die sich besser gestern als heute zum Positiven wandeln sollte. Doch erst jetzt kommen die Steine so langsam ins Rollen. Denn aktuell macht sich die CSU-Fraktion für den Ausbau der Studienplätze im Bereich Medizin für das gesamte Bundesgebiet stark. Den Anfang macht die neu gegründete Augsburger Medizinfakultät. Hier können mit dem Wintersemester 2019 erstmals 84 Studierende ihre Ausbildung beginnen. In den nächsten Jahren sollen die Plätze dann sukzessive auf 250 pro Jahr aufgestockt werden. Und auch am Standort Erlangen/Bayreuth soll es für dieses Wintersemester 100 zusätzliche Studienplätze geben. 

Nur so kann die medizinische Versorgung weiterhin gewährleistet werden

Diese Entwicklung sollte nun auch in allen anderen Bundesländern schnellstmöglich vorangetrieben werden. Der gesundheitspolitische Sprecher der CSU-Fraktion, Bernhard Seidenath, sieht sich in einer guten Position und fordert: »Nachdem Bayern hier seine Hausaufgaben wirklich macht, fordern wir, dass auch die anderen Bundesländer mehr Medizinstudienplätze schaffen.Denn aktuell ist der sich immer weiter verschärfende Ärztemangel hausgemacht: Es gibt seit Jahren weit mehr Bewerber als Ausbildungsmöglichkeiten.« Und dies könnte sogar dazu führen, dass die medizinische Versorgung in Deutschland in den kommenden Jahren immer schlechter aufgestellt ist oder sogar immer seltener gewährleistet werden kann.

Dies bestätigte auch der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Dr. Andreas Gassen, der kürzlich ebenfalls gefordert hat, die Zahl der Studienplätze dringend bis 2035 aufzustocken. 

 

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Krankheitstage durch psychische Belastung verdoppeln sich

Die Zahl der Krankheitstage aufgrund von psychischer Belastung hat sich zwischen 2007 und 2017 deutschlandweit verdoppelt. Am schlimmsten trifft diese Verschlechterung in der psychischen Verfassung von Arbeiternehmern ältere Männer zwischen 60 und 65. Diese Meldung ging schon vor einigen Monaten durch die Presse. Woher kamen jedoch die Daten? Und was ist nach der Veröffentlichung der Daten mit dieser doch recht besorgniserregenden Information passiert? Nicht viel, wenn man der Stille nach dem Aufschrei Glauben schenken mag.


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Bildung

Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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