Slow Food und Regionale Küche für alle

12.10.2017
Words by Jana Ahrens

Das Auge isst mit. Das zum Genuss beim Essen mehr als der Geschmack gehört, ist seit Langem gesetzt. Doch heute isst auch das Gewissen mit, das Wissen um die Herkunft der Zutaten, sowie deren sorgfältiger Zubereitung. Deshalb sind Schlagwörter wie Regionale Küche und Slow Food aus der Gastronomie nicht mehr wegzudenken.

Inzwischen gibt es in Deutschland viele spannende Projekte, die solche Gedanken zu unserem Genuss und Vorteil großartig umsetzen. Wir haben Euch einige zusammengestellt:

In Berlin hat sich das Team um die Berlin Food Week daran gemacht, all die spannenden neuen Gastro-Tendenzen der Stadt zusammenzubringen. Ähnlich der Fashion- oder Art-Week, kommt es jedes Jahr zum ganz großen Treffen der Köchinnen, Genuss-Menschen und Ernährungs-Wissenschaft. Bis dahin testen sich die Food-Week’ler durch das immense Angebot der Stadt und lassen uns daran auf Facebook teilhaben. Auch mit dabei: Die CODA Dessert Bar, in der wir endlich mal von Gang eins bis sechs nur Nachtisch naschen dürfen.

In Hamburg mischt die Kitchen Guerilla den Food-Markt auf. Die Kitchen Guerilla kapert Restaurants, Segelboote, Landhäuser, Baustellen, einfach jeden Ort vom Norden bis Istanbul. Überall beweisen sie, dass mit den wesentlichen Elementen einer Küche und regionalen Produkten fulminant gekocht werden kann. Sie bewegen sich also durch die Welt und zeigen dabei, dass das Essen einfach dort bleiben kann, wo es herkommt.

Wenn Wurst, dann Slow Food. Bei Wurstsack weiß man, wo sie herkommt. Foto: Food Guerilla

Zur Kitchen Guerilla gehört auch Hendrik Haase, der obendrein noch das Projekt wurstsack betreibt. Er möchte, dass auch beim Essen wieder mehr auf das Handwerk geachtet wird. Speziell, wenn es um die Erzeugung von Wurst geht. Doch vor allem möchte er, dass wir alle aufmerksamer essen. Und unterstützt deshalb auch Projekte wie die Schnippeldisko der Slow Food Youth.

Jetzt geht es nach München. Hier gibt es das Café Ruffini, das nicht nur von der Organisation Slow Food wärmsten empfohlen wird, sondern den nachhaltigen Aspekt auch noch auf die eigene Struktur ausgedehnt hat. Hier gibt es keinen Chef, sondern 25 Personen im Alter von 29 bis 65, die gemeinsam alle Entscheidungen treffen und auch im Café arbeiten. Das sich diese Hingabe auch im Menü ausdrückt, beweisen die seit 36 Jahren treuen Stammkunden.

Ruffini-Café-Gastraum

Egal in welcher Stadt, egal in welchem Format, eines zeichnet sich deutlich ab: Wer an Slow Food und regionaler Küche interessiert ist, bekommt neben tollem Essen auch noch einen große Portion Gastlichkeit und Atmosphäre mitgeliefert. Noch ein Grund mehr, es direkt selber auszuprobieren.

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Jana Ahrens

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit der Mode und mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Sie interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Bis 2013 hat sie als Modedesignerin gearbeitet. Seitdem widmet sie sich dem Schreiben. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

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