Schatz, lass mal heute warm essen!

12.03.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Schatz, lass heute mal lieber warm essen!

Du bist, was du isst? Eine gesunde und ausgewogene Ernährung nimmt bei vielen Menschen einen immer höheren Stellenwert ein. Wieso es dabei zusätzlich wichtig ist, zunehmend auf “kalte Speisen” zu verzichten, zeigen immer häufiger scheinbare Begleitkrankheiten, wie Blähungen, Durchfall und Verstopfung.

Ein Blähbauch ist nicht nur visuell kein besonders schönes Highlight, er kann auch für unangenehme und langanhaltende Schmerzen sorgen. In unserem stressigen Alltag ist dabei nicht immer genau auszumachen, aus welchem Grund sich gerade Luft in unserem Bauch sammelt und am Ende für Blähungen oder sogar Durchfall sorgen kann. Ärzte raten in diesen Fällen meist direkt dazu, sich die eigene Ernährung nicht nur durch den Magen, sondern auch genauestens durch den Kopf gehen zu lassen. Denn neben immer häufiger auftretenden Unverträglichkeiten, kann auch die falsche Kombination von kalten und warmen Speisen ein Grund für ein großes Durcheinander sein.

Während wir uns im Westen zum Großteil noch häufig Gedanken über die Kalorien, den Fett- oder Zuckergehalt eines Lebensmittels machen, besagt die Jahrhundertealte chinesische Ernährungslehre (TCM – die Ernährung nach den fünf Elementen), dass wir unser Augenmerk auf etwas viel Wichtigeres legen sollten.

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Finde dein Gleichgewicht

Nämlich, dass wir uns an das innere Gleichgewicht von Yin und Yang halten und vor allem energetisch kalte Lebensmittel von unserem Speiseplan meiden sollten. Tun wir das nicht, bestärken wir Folgen wie kalte Füße, eine allgemein höhere Kälte- und Infektanfälligkeit, Müdigkeit, Blässe und vieles mehr. Um all dies zu verhindern, benötigt unser Körper den eben erwähnten Ausgleich, den wir mit Hilfe von “warmen Nahrungsmitteln” erlangen.

Eine bekannte Verfechterin dieser Theorie ist Moderatorin und Autorin Anastasia Zampounidis, die mit ihrem Buch, “Für immer zuckerfrei – schlank, gesund und glücklich ohne das süße Gift”, nicht nur beschreibt, wie sie dem Zucker bereits vor mehr als zehn Jahren entsagte, sondern auch, das wir nur auf eine bestimmte Art und Weise unserem Körper die Zuneigung überbringen, die er auch verdient und benötigt. “Ernährung kann so viel mehr als uns nur am Leben erhalten. Sie kann körperliche, geistige und emotionale Wirkungen hervorrufen. Wir alle kennen Phänomene wie Essen zum Stressabbau, Belohnen, Trost, Ablenken, Verdrängen . . . Man kann solche Gewohnheiten zum Guten wenden, indem man das ‘Richtige’ isst . . .”, erklärt sie.

Ernährung kann so viel mehr als nur am Leben erhalten.

Und was ist nun das “Richtige”? Zu den kühlenden Lebensmitteln gehören beispielsweise Schweinefleisch, Zucker, Alkohol, Weizen, Kuhmilchprodukte, viele rohe Gemüsesorten und einige Obstsorten wie Kaki, Rhabarber und Honigmelone. Wärmend hingegen ist weißes Fleisch, Hirse, Hafer und Trockenobst. Neben diesen beiden Einordnungen gibt es auch noch neutrale Lebensmittel, wie Hülsenfrüchte, Rindfleisch, Weintrauben, Reis, Dinkel oder Couscous. Auch heiße Lebensmittel, die man vermehrt im Winter essen sollte, finden ihre Auflistung. Dazu gehören Gewürze wie Zimt, Pfeffer, Chili und Muskat.

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Koch mir etwas, Baby!

Und am Ende ist es doch eigentlich ganz einfach: Isst man immer nur Rohkost, sorgt das auf Dauer für Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall und Blähungen. Eine Tomate, die im rohen Zustand als “kalt” gilt, wird neutral, sobald man sie ein wenig im Ofen backt oder in einem Wok mit anderem Gemüse verarbeitet. Wer seinem Körper für den Anfang kontinuierlicher etwas Gutes tun möchte, kann sich einfach öfter an den Herd stellen. Die nächste Stufe beinhaltet das Kochen nach den fünf Elementen. Dabei wird jedem der Elemente ein bestimmter Geschmack und eine bestimmte Wirkung zugeordnet. Sauer entspricht dem Element Holz, Bitter dem Feuer, Süß und Fade der Erde, Scharf dem Metall und Salzig dem Wasser. Da man in China davon ausgeht, dass alles, was lebt, die Stadien der fünf Elemente in genau dieser Reihenfolge durchlaufen hat, kommen die Zutaten bei der Zubereitung auch nach genau diesem Schema in den Topf.

Klingt erst einmal ziemlich kompliziert. Doch leuchtet ein, dass unser Körper wesentlich komplexer und anspruchsvoller ist, als wir ihm allzu oft zugestehen wollen, wenn wir mal wieder schnell und unbedacht essen. Und genau aus diesem Grund, kommt unser Essen zukünftig mal wieder öfter in den Wok…

Das Beitragsbild ist übrigens von Jakub Kapusnak auf Unsplash

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

  1. Roswitha Haschka

    Wie wäre es mit einer Lesekorrektur !!!
    WARUM…….. WARM

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