Alexis Goertz und Natalie Elisabeth sind Bakterien-Dealerinnen

06.09.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Alexis: Edible Alchemy

Alexis Goertz und Natalie Elisabeth sind die Gründerinnen von Edible Alchemy. Die beiden Frauen lieben es zu fermentieren und möchten dieser verlorenen “Kunst” neues Leben einhauchen. Das Konzept kommt gut an und tut gut…

Fermentation oder Fermentierung dürfte vielen ein Begriff sein. Wieso etwas fermentiert wird und wie der biologische Prozess dahinter genau funktioniert, darüber wissen viele Menschen vermutlich nicht so genau Bescheid. Wieso auch? Nun, Alexis Goertz und Natalie Elisabeth wollen das allgemeine Interesse am Fermentieren neu aufleben lassen. Denn diese Methode ist Grundlage vieler leckerer und gesunder Nahrungsmittel. Beim Fermentieren werden durch die Zugabe von Bakterien-, Pilz- und sonstigen biologischen Zellkulturen oder Enzymen, organische Stoffe in Säure, Gase oder Alkohol umgewandelt. Und genau das ist es, womit sich Edible Alchemy beschäftigt – eine Website, die heute als Edutainment Plattform (Kombination aus education und entertainment) funktioniert.

Edible Alchemy: So fing alles an…

Alexis und Natalie – beste Freundinnen – teilen ein großes Interesse an Bakterien und ihren großen Einfluss auf die Darmgesundheit. Probiotische Nahrungsmittel, wie Sauerkraut, Miso oder Kimchi, unterstützen unser Verdauungssystem, neutralisieren Fette und spalten sie auf, schützen uns vor krankheitserregenden Bakterien und Viren. Was in einigen Kulturen tief verwurzelt ist un zum täglichen Leben gehört, spielt laut Alexis an anderen Orten eine viel zu geringe Rolle.

So beschlossen die beiden erst einmal, um die Welt zu reisen, um sich nützliches Wissen anzueignen und Bakterienkulturen zu sammeln. “Wir lebten in ländlichen Gemeinden, in denen die Leute die traditionelle Fermentationsmethoden nutzten, um Nahrung nahrhafter zu machen”, heißt es auf der Website. Auf einem Open-Air-Festival in Berlin Neukölln wollte es Alexis dann genauer wissen. Interessieren sich die Menschen für Fermentiertes? Das taten sie. Die Bakterien-Bar von Edible Alchemy kam sogar so gut an, dass ihre lebendigen Getränke, wie Kombucha, Wasserkefir und Ginger Beer, rasend schnell ausverkauft waren. Diese Erfahrung bestätigte sie darin, sich künftig voll auf das Fermentieren zu konzentrieren.

Edible Alchemy: Lebensmittelverschwendung stoppen

Mit Edible Alchemy bietet Alexis inzwischen interaktive Workshops, Online-Seminare und Kurse für Küchenchefs und Barkeeper an. Wer sie in Berlin besucht, erfährt live und in Farbe, was das Fermentieren bringt, wie es funktioniert und auch, wie die Ergebnisse schmecken. “Als wir das Projekt Edible Alchemy starteten, gab es viele Visionen für das, was daraus werden könnte. Das Projekt zielt darauf ab, Gespräche, Experimente und ein besseres Verständnis für Mikroben zu fördern, die fermentierte Lebensmittel so besonders machen.”

Das langfristige Ziel ist es, fermentierte, probiotische Nahrungsmittel in die Supermärkte zu bringen. Denn: “Wir glauben auch daran, die Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und gleichzeitig die lokale Nahrungsmittelproduktion zu unterstützen. Daher nutzen wir die Prinzipien der Gärung auf kreative Weise, um uns an wechselnde Vorräte und Jahreszeiten anzupassen und einzigartige Produkte für einzigartige Erlebnisse zu kreieren”, so Alexis weiter. Denn wer fermentiert, macht Lebensmittel länger haltbar – es handelt sich also um eine energieeffiziente Konservierungstechnik.

Edible Alchemy
Bildquelle: Edible Alchemy

Und so hantieren die beiden Frauen mit Bakterien, Hefe und Schimmel und machen Essbares noch genießbarer und verträglicher für unseren Körper. Wer mehr über Probiotika und darüber erfahren möchte, was uns dabei helfen kann, unsere Gesundheit zu verbessern und die Verdauung und den Darm zu fördern, kann sich hier über kommende Workshops und Webinare informieren. Den aktuellen Online-Kurs gibt es hier.

Das Beitragsbild ist übrigens von Edible Alchemy

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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