Warum wir Stilikone Iris Apfel mehr brauchen denn je

Words by Jana Ahrens
Iris Apfel

Stilikone, New Yorker Urgestein, Queen of Power Dressing und wahre Menschenkennerin. Trotz – oder gerade aufgrund – ihrer 98 Jahre, ist die Exzentrikern Iris Apfel ein gutes Vorbild im Umgang mit unserer Welt. Was hat sie uns voraus?

 

Iris Apfel sagt: »More is more and less is a bore.« Sie setzt damit dem gefeierten Minimalismus ein klares Statement entgegen. Doch wer den überbordenden Stil der 98-jährigen Ikone genauer betrachtet stellt fest, dass nichts daran Zufall ist.

Ihre Liebe für Accessoires und ihre Arbeit als Innenausstatterin und Interior Designerin haben ihr ein unglaublich gutes Gespür für Texturen, Silhouetten und Farbkombinationen beschert. Iris Apfel weiß, wonach sie sucht und wie sie ihre Lieblingsstücke kombiniert. Dabei schöpft sie aus einem unendlichen Fundus quer durch alle Jahrzehnte und schafft es dabei sogar gegen hartnäckige Trends wie unserem andauernden Jugend- und Fitnesswahn, zu bestehen. 

Diese Fähigkeit sollen wir uns nicht nur als Vorbild nehmen, wenn es um Power Dressing oder Gucci-Mania geht. Iris Apfel zeigt damit auch sinnbildlich, wie wir mit der konstanten Informationsflut, dem überbordenden Lifestyle-Angebot und unserer immer währenden Verfügbarkeit umgehen könnten. Für einige mag die Reduktion auf das absolut Wesentliche richtig sein. Andere genießen die Fülle der Angebote und stürzen sich in alles, was machbar scheint. Beides kann richtig sein. Wichtig ist dabei nur, dass wir intuitiv entscheiden, was uns persönlich entspricht. Und dass wir den Spaß dabei im Auge behalten. Nur so können wir die Komplexität eines modernen Lebens meistern. Zurück zur Rezession, in der Iris Apfel aufgewachsen ist, möchte schließlich niemand von uns.

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The Eccentrics 📓 Photo by: Rufen Afanador

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Wer sich von ihr und weiteren gestandenen Exzentrikern inspirieren lassen möchte, kann das mit dem tollen Bildband The Eccentrics vom Assouline Verlag tun. 

 

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Jana Ahrens

Chefredakteurin

Jana Ahrens liebt die Auseinandersetzung mit den Gegenständen und Situationen eines modernen Lebens. Dabei interessiert sich weniger für schöne Dinge, als eher für die Schönheit ihrer Umstände. Zum Schönen gehört natürlich auch, wenn sich komplexe Themen in verständliche Zusammenhänge zerlegen lassen. Im Januar 2018 hat sie die Chefredaktion des Monda Magazins übernommen.

1 Kommentar

nixina
#1 — vor 1 Jahr 2 Monaten
Im Alter zeigt sich mitunter erst, ob jemand Persönlichkeit ausgeprägt hat. Junge Menschen sind doch zu 90% langweilig und mainstreamig. Wenn sie nicht in der Masse mitschwimmen (Schule, Studium, Familie, Kinder, Eigenheim) sind sie schnell hilflos. Zum Glück reicht es, sich mit Marken eine gewisse Zugehörigkeit zu erkaufen. Wer in einem Alter, in dem andere auf der couch verlanden, derart viel Esprit zeigt, der hat vom Leben und vom Tod schon sehr viel begriffen.

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