Nachhaltigkeit im Kleiderschrank: Hier kannst du Mode leihen

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Sylvie Tittel auf Unsplash
Kleidung leihen, anstatt kaufen ist der neue Trend
Fast Fashion macht es möglich: Wer heute shoppt, bekommt günstig ein komplettes Outfit mit angesagten Teilen, die nächste Woche schon wieder out sind. Mit Nachhaltigkeit und Verantwortung hat das jedoch nichts zu tun. Die Alternativen lauten: Weniger und bewusster shoppen, oder die Kleidung einfach ausleihen. 
 

Obwohl sicher viele Menschen von sich behaupten würden, sie hätten nur selten etwas Passendes zum Anziehen, erzählen die Kleiderschränke in den meisten Fällen eine ganz andere Geschichte. Wer regelmäßig und gerne shoppt und dabei auch noch Wert auf die allerneusten Trends legt, wird platzmäßig immer wieder an Grenzen stoßen. Und auch sonst gibt es einiges, was gegen übertriebene Shoppingtouren spricht.

Fast Fashion vs. Nachhaltigkeit

Der Konsum hat einen hohen Preis. Die große Ressourcen-Verschwendung sowie Produktionsbedingungen, die Umwelt und Mensch schädigen (die Herstellungsverfahren in der Modebranche gehören zu den größten Umweltbelastungen überhaupt), sind ein großes Problem der (Fast)-Fashion-Industrie. Und dabei können wir es drehen und wenden, wie wir wollen, die Quintessenz ist immer dieselbe: Das Bedürfnis, jeden Modetrend mitmachen zu wollen und so häufig und günstig wie nur möglich einzukaufen, lässt sich mit Nachhaltigkeit nicht vereinbaren. Gelöst werden kann das Problem, indem wir die Lebensdauer unserer Kleidungsstücke verlängern. 

Was brauchst du wirklich? Und was ziehst du wirklich noch regelmäßig an?

Kleidung muss langlebiger werden

Das geht zum einen, indem wir unsere Kleidung sorgsam behandeln und pflegen. Zum anderen können wir schon vor dem Kauf dafür sorgen, dass wirklich nur die Teile in unserem Warenkorb landen, die wir auch wirklich brauchen und bei denen wir uns sicher sind, dass wir sie auch in den nächsten Jahren noch tragen werden. Ebenfalls hilfreich sind Upcycling-und Resale-Konzepte: Bei Ersteren werden Textilreste und Altkleider verwendet, um neue Kleidungsstücke daraus herzustellen. Unter Zweiterem versteht man ganz klassisch den Verkauf von Second-Hand-Kleidung. Um die Welt vor unnötigem Textilmüll zu sparen, kann man ja auch mal einen eigenen Flohmarkt starten oder nicht mehr benötigte Kleidungsstücke spenden. 

 

Kleidung ausleihen: Ein Trend, der sich lohnt

Ein weiteres Konzept, das zwar nicht neu ist, aber aktuell immer beliebter wird, ist das Leihen von Kleidungsstücken. In den USA wurde bereits vor 10 Jahren das Unternehmen »Rent the Runway« gegründet und geht seitdem mit gutem Beispiel voran. Auch in Deutschland gibt es inzwischen mehrere Anlaufstellen, die Mode verleihen. Die Vorteile, die sich daraus ergeben, liegen klar auf der Hand: 

Wer mehr leiht, kauft weniger. Dadurch verkleinert man den eigenen ökologischen Fußabdruck und leistet so automatisch einen Beitrag zum Umweltschutz. Darüber hinaus braucht man nicht auf Abwechslung zu verzichten: Wer sich an einem Teil satt gesehen hat, gibt es einfach wieder zurück. Zudem löst sich auch das Platzproblem ganz von selbst – die eigene Garderobe kann dann so minimalistisch wie möglich gehalten werden. Auch Fehlkäufe werden so ganz sicher vermieden – die Flut an Schrankleichen gehört dann der Vergangenheit an. Ein weiteres Argument für das Leihen von Kleidung ist natürlich die Geldersparnis. Diese tritt unter Umständen nur dann nicht ein, wenn man sich am Ende doch dafür entscheidet, das Teil zu behalten – das ist nämlich auch möglich.

 

Und wo kann Kleidung nun geliehen werden?

Kleiderei– hier gibt es Vintage-Teile, exklusive Mode-Kooperationen und die schönsten und besterhaltenen Stücke anderer Kleiderei-Mitglieder. Die Kleiderei gibt es leider nicht mehr online, sondern nur noch in Köln und Freiburg. 

Mud Jeans– hier gibt es Jeans, die das nachhaltige Label zurücknimmt und recycelt. Sollte die Jeans dir richtig gut gefallen, kannst du sie nach 12 Monaten auch behalten. 

Chic by Choice– hier gibt es Kleider und Accessoires für besondere Anlässe. Praktisch: Bei jeder Bestellung wird eine Zweitgröße kostenlos mitgeliefert.

Kilenda– hier gibt es Mode für schwangere Frauen, Babys und Kinder. Wahnsinnig praktisch – wo doch alle ständig aus den Klamotten rein- und wieder rauswachsen. 

RE-NT– hier gibt es die neusten Fashion Trends, die nach einer telefonischen Stilberatung direkt nach Hause geliefert werden. Auch hier gilt: Die Teile können nach dem Tragen wieder zurückgeschickt und ausgetauscht oder doch behalten werden. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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