Kleidung aus Leinen – mehr als nur schön

Words by Arzu Gül
Photography: svetlanasokolova via Freepik
Lesezeit: 3 Minuten
Frau im Kleid aus Leinen sitzt auf ihrer Fensterbank - Leinen Kleidung

Mode und Einrichtungstextilien aus Leinen sind so beliebt wie nie. Doch der natürliche Stoff sieht nicht nur schön aus, sondern hat auch viele positive Eigenschaften. Wir erklären, was dieses Material so besonders macht und wie man es richtig pflegt.

Kaum ein Stoff hat in den letzten Jahren so an Popularität gewonnen wie Leinen. Egal ob in Kleidung, Handtüchern, Bettwäsche oder anderen Haushaltstextilien – das Material wird aufgrund seines natürlichen Aussehens sehr geschätzt. Doch die Verwendung von Leinen hat eine lange Tradition, und seine Vorteile gehen über ein schönes Erscheinungsbild weit hinaus.

Leinen ist eine reine Naturfaser, die aus den Stängeln der Flachspflanze (Lein) gewonnen wird. Es war das erste Gewebe überhaupt, aus dem Menschen Kleidung fertigten. Selbst Pharaonen und Priester hüllten sich in Leinengewänder, die als Zeichen von göttlicher Reinheit ihren Stand und ihre Position widerspiegeln sollten. Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war der Stoff tatsächlich sehr weit verbreitet. Rund ein Fünftel aller Kleidung wurde damals aus Leinen hergestellt. Doch mit den Jahren hat die günstigere Baumwolle den edlen Stoff fast vollends vom Markt verdrängt. Seit einigen Jahren erlebt Mode aus Leinen aber eine regelrechte Renaissance. Zu Recht – denn das Material hat eine Vielzahl positiver Eigenschaften.

Die Vorteile von Leinen Kleidung


1. Kühlender Effekt

Die wohl bekannteste Eigenschaft des Leinens ist seine kühlende Wirkung. Besonders in den Sommermonaten sind daher Leinenhemden, -hosen, -kleider und -röcke aus den Modekollektionen großer Marken nicht mehr wegzudenken. Die Wirkung ist den langen Einzelfasern des Leinens zuzuschreiben. Diese schließen nur wenig Luft ein und können warme, feuchte Luft besser nach außen transportieren. So bleibt die Haut vor Hitze geschützt und fühlt sich angenehm kühl an. Zum Vergleich: Wer im Sommer Leinen statt Baumwolle trägt, fühlt sich rund 3-4 °C kühler!


2. Trocknende Wirkung

Flachsfasern sind mit einem Film aus Wachs bedeckt, der ein zu schnelles Nasswerden der Fasern verhindert. Dadurch kann der Stoff bis zu 20 Prozent Flüssigkeit aufnehmen, bevor er sich wirklich feucht anfühlt. Auch diese Eigenschaft kommt den TrägerInnen besonders in den Sommermonaten zugute: Körperschweiß wird leicht und schnell absorbiert, wodurch der Stoff sich angenehm und trocken auf der Haut anfühlt.


3. Von Natur aus bakterizid

Flachs ist eine anspruchslose Pflanze, die, ähnlich wie Hanf, keine Pestizide oder künstlichen Düngemittel benötigt. Sie ist sehr resistent und gibt sich sogar mit kargen Böden zufrieden. Ihre robusten Eigenschaften bleiben auch nach der Verarbeitung erhalten. Dadurch dass die Fasern wenig Luft einschließen, können sich auch keine Bakterien oder Keime im Stoff festsetzen. Besonders bei Heimtextilien ist diese selbstreinigende und bakterizide Wirkung von Vorteil. Damit eignet sich der Stoff auch besonders gut für AllergikerInnen.


4. Langlebig & robust

Wer seine Kleidung über einen längeren Zeitraum trägt und regelmäßig wäscht, wird nach gewisser Zeit normalerweise Abnutzungsspuren erkennen. Dieser negative Effekt bleibt bei Leinen fast gänzlich aus. Tatsächlich gewinnt Leinen mit der Zeit sogar noch an Flexibilität und wirkt dadurch fast noch schöner. Die bereits genannte Robustheit des Stoffes sorgt nämlich dafür, dass er fusselfrei bleibt, nur selten ausleiert und dadurch seine ursprüngliche Form lange beibehält.


5. Schmutzabweisend

Ein Stoff, der von Natur aus Schmutz abweist? Das klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Tatsächlich war Leinen aufgrund seiner schmutzabweisenden Eigenschaften besonders im Mittelalter sehr gefragt. Heute sind daher auch Tischdecken, Kissenhüllen und weitere Heimtextilien aus Leinen eine gute Wahl für Personen, die in ihrem Zuhause gerne pflegeleichte Materialien nutzen möchten.

Kleidung aus Leinen fühlt sich nicht nur gut an, sondern hat auch immer etwas Natürliches und Anmutiges an sich

So wird Leinen richtig gepflegt

Obwohl Leinen sehr widerstandsfähig ist, bedarf es dennoch der richtigen Pflege des Stoffes. Damit die Textilien möglichst lange wie neu bleiben und nicht an Qualität einbüßen, gibt es ein paar Tipps und Tricks, die beim Reinigen von Leinen beachtet werden sollten:

  • Grundsätzlich sollten immer die Pflegehinweise des Herstellers auf dem eingenähten Etikett beachtet werden, denn dort werden Besonderheiten berücksichtigt, wie die Art und Stärke des Garns, die Zusammensetzung des Stoffs und die Art der Färbung. Je nach Eigenschaften können die Pflegeanforderungen einzelner Leinenstücke unterschiedlich ausfallen.
     
  • Wenn möglich, sollte Leinen immer mit anderen Leinentextilien und nicht mit anderen Stoffen und Materialen zusammen gewaschen werden. So verhindert man, dass Fussel und andere Stoff- und Schmutzreste sich auf den Leinenstoff legen.
     
  • Wie bei allen anderen Textilien auch, sollte man auf Farbtrennung achten und gefärbtes Leinen möglichst nicht mit weißen Stoffen zusammen waschen, um unerwünschte Verfärbungen zu vermeiden.
     
  • Leinen hält viel Hitze aus und kann daher auch problemlos gebügelt werden. Allerdings sollte der Stoff möglichst nur im leicht feuchten Zustand bearbeitet werden. Wer zum Beispiel ein trockenes Leinenhemd bügeln muss, sollte dieses mit einem Sprühbehälter vorher leicht anfeuchten.
     

Leinen ist robust, aber knittert schnell. Um das natürliche Knittern schon beim Waschen in Grenzen zu halten, sollte die Waschmaschine nicht zu sehr befüllt werden, sodass das Gewebe mit reichlich Wasser durchgespült werden kann.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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