ECOALF: So sieht Mode aus recyceltem Kaffee aus

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: ECOALF
ECOALF

Aus Kaffee ein Kleidungsstück herzustellen ist unmöglich? Nein, ist es nicht! Das spanische Label ECOALF recycelt fast alles. Das Ergebnis ist nachhaltige Mode, die mit einem guten Gewissen getragen werden kann und zudem auch noch ziemlich gut aussieht.

 

ECOALF gehört definitiv zu den Vorreitern in der nachhaltigen Modeindustrie. Ähnlich wie bei dem Hamburger Label JAN »N JUNE wird auch hier auf Transparenz in der Herstellung und den Lieferketten gesetzt. An oberster Stelle steht dabei immer die Umwelt.

»ECOALF entstand im Jahr 2009. Ich war frustriert über die übermäßige Nutzung der weltweiten natürlichen Ressourcen und die Menge an Abfällen, die von den Industrieländern produziert wurden. Ziel war es, die erste Modeserie herzustellen, die mit recycelten Materialien die gleiche Qualität, modernes Design und technischen Fortschritt erreicht, wie die besten nicht recycelten Produkte. Ich wollte zeigen, dass es nicht notwendig ist, die natürlichen Ressourcen des Planeten weiter zu verschwenden«, erklärt Javier Goyeneche, der Gründer der Marke.

SO ENTSTEHT MODE AUS KAFFEESATZ

Für die Damen- und Herrenmode, die unter anderem aus Hosen, Sweatern, Shirts, Schuhen und Taschen besteht, werden aktuell gebrauchte Plastikflaschen, recycelte Baumwolle, gebrauchte Reifen, Fischnetze, recycelte Wolle und Kaffeesatz verwendet. 

Ein großer Teil des Plastiks, der Fischernetze und auch des Gummis der Reifen stammt übrigens aus dem Mittelmeer und dem Indischen Ozean. Dafür startete ECOALF im September 2015 das Projekt »Upcycling the oceans, Spain« und ließ im Oktober 2016 »Upcycling the oceans, Thailand« folgen. Verschiedene Maßnahmen und Aktionen sollen zunächst das Bewusstsein der dort lebenden Bevölkerung und der Touristen schärfen, um anschließend, in einem weiteren Schritt, die Technologie und die Produktionsprozesse zu verbessern. Auch die enge und stetige Zusammenarbeit mit Fischern, die die Ozeane von dem Abfall befreien, ist eine wichtige Maßnahme des Projektes.

 

»Ziel ist es, Abfall, der unsere Meere verschmutzt, zu hochwertigem Garn zu verarbeiten, aus dem wir Stoffe, Kleidung und Accessoires produzieren. In jedem Produktionsschritt sparen wir dabei Wasser, Energie und CO2«, heißt es auf der Unternehmens-Webseite.

Für diesen beispiellosen Einsatz und die innovativen Styles bekam das Label bereits mehrere Preise verliehen, darunter den Europäischen Umweltpreis und den National Fashion Award. Anfang 2018 wurde ECOALF als erstem spanischem Label das B-Corp-Zertifikat verliehen. Somit gehört die Marke zu einem der besten Unternehmen für die Welt. Alle Mitglieder der B Corp weisen einen hohen Standard an sozialer und umweltfreundlicher Performance, Transparenz und Verantwortlichkeit auf.

ECOALF: OCEAN WASTE SNEAKER

Dank des tollen Wetters möchten wir unsere Sommer-Klamotten noch lange nicht hergeben. Doch ein Blick in den Herbst/Winter lohnt sich. Wir zeigen, wie stylish es bei ECOALF auch in Zukunft zugehen wird. Die warmen Strickpullover aus 100 Prozent recyceltem Garn sowie die praktischen Kleidungsstücke in Naturfarben und Camouflage – die unter dem Motto Roadtrip stehen – sehen nicht nur superbequem aus, sondern erinnern auch an den Après-Ski-Look der 1980er. Ein besonderes Augenmerk liegt aber definitiv auf den Ocean Waste Sneakern, die ausschließlich aus Plastikflaschen bestehen, die aus den Weltmeeren gefischt wurden. Die Sohlen sind aus Algen gefertigt, die aus Gewässern gefiltert werden, die an einer Überpopulation des Wasser-Unkrautes leiden. Zusätzlich entstand in Kooperation mit dem Londoner Label Felder Felder eine vegane Capsule-Kollektion nur für Frauen. 

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Mehr zu ECOLAF, den aktuellen Kollektionen und dem Thema Nachhaltigkeit gibt’s hier 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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