Diese Designerin hat bereits mit Coldplay, Jay-Z und Rihanna gearbeitet

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Instagram
Laëtitia Kandolo

Die kongolesische Designerin Laëtitia Kandolo begeistert – ob mit ihrer Arbeit als Stylistin, Designerin oder Charity-Organisatorin. Und ganz nebenbei wirft sie dabei gleich auch noch mehrfach Stereotype über den Haufen.

Laëtitia Kandolo ist eine wahre Künstlerin, die voller multikultureller Inspirationen steckt. Aufgewachsen in Paris hielt sie eine Karriere als Designerin lange Zeit für einen Wunschtraum. Nachdem sie das internationale wirtschafts- und sozialwissenschaftliche Abitur erfolgreich abgeschlossen hatte, nahm sie ihr Schicksal in die Hand, um ihrer Berufung nachzugehen: einer Karriere in der Modeindustrie. So begann sie ihre Ausbildung an einer renommierten Modeschule in Paris und arbeitete ab 2011 als Moderedakteurin für das Ghubar-Magazin. Viele Projekte folgten, durch die sie die verschiedensten Facetten der Modewelt kennenlernte.

 

LAËTITIA KANDOLO: SIE ARBEITET MIT WELTSTARS ZUSAMMEN

Auf der Kundenliste von Titia, wie sie sich selbst nennt, stehen inzwischen Stars wie Beyoncé, Lady Gaga, Rihanna, Coldplay, Jay-Z und Justin Timberlake. Als Stylistin kümmert sie sich um die spektakulären Tour-Outfits dieser und vieler weiterer internationaler Stars. An dieser Stelle könnte man meinen, Titia habe bereits alles erreicht. Sie hat ihren Traum wahr gemacht, ist voll und ganz in der Modebranche angekommen und erntet Bewunderung und Respekt. Doch die Designerin möchte mehr. Seit diesem Jahr hat sie ihr eigenes Label UCHAWI, das sich voll und ganz den afrikanischen Werten verpflichtet. Bei der Umsetzung ihrer Visionen helfen ihr zweifelsohne ihre kongolesischen Wurzeln. Hinter UCHAWI steckt Mode für Frauen und Männer. Die Muster und Farben jedes einzelnen Teils erinnern nicht zufällig an die Kultur und die Traditionen von Kinshasa – der größten Stadt der Demokratischen Republik Kongo, der Heimat ihrer Familie.

Ihre Arbeit stellt die gängigen Vorstellungen afrikanischer Mode infrage. Lange Zeit hatten afrikanische Styles oft mit dem Vorurteil zu kämpfen, sich vor allem durch eine homogene Masse aus Stammesdrucken und ausgebranntem Orange auszuzeichnen. Titias Mode hingegen spiegelt die unterschiedlichen Lebensstile und die Ästhetik wider, die im heutigen Kinshasa vorhanden sind. Von der Distribution über das Produkt selbst bis hin zur Kommunikation will sie zeigen, dass es in Afrika neue Wege zum Aufbau eines Unternehmens gibt, und inspiriert damit hoffentlich noch viele weitere Designer.

 

 

 

SO MÖCHTE TITIA DIE MODEINDUSTRIE AUFRÜTTELN

Und schon jetzt ist klar: Titia sieht in der Gründung ihres ersten eigenen Labels viel mehr als die Verwirklichung ihrer Träume. Das Label ist Teil einer Design-Reise, auf der sie von vielen anderen Menschen begleitet werden will, denen sie so Chancen und Möglichkeiten bieten möchte. Denn Chancen und Möglichkeiten sind im Kongo und auch in der mit über 11 Millionen Menschen bevölkerungsstarken Hauptstadt aufgrund der Geschichte des Landes und der fehlenden Infrastruktur besonders knapp. Für Titia ist ihre Marke und ihr Geschäft eine Chance, nicht nur eine Alternative zu schaffen, sondern auch auf die Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung zu reagieren. Eine Modelinie kann ein Land nicht retten, doch kann sie für Arbeitsplätze sorgen, was wiederum zur Linderung der Armut beiträgt und ihrer Meinung nach ein Gefühl von Stolz und Zugehörigkeit vermittelt. “Wir haben eine enge Beziehung zu einer Modeschule in Kinshasa, sodass wir den Studenten einen Arbeitsplatz bieten können, wenn sie fertig sind, um ihnen zu zeigen, dass die Modeindustrie größer ist, als sie denken”, erklärt sie gegenüber Design Indaba.

Nationen für nachhaltige Entwicklung zu reagieren. Eine Modelinie kann ein Land nicht retten, doch kann sie für Arbeitsplätze sorgen, was wiederum zur Linderung der Armut beiträgt und ihrer Meinung nach ein Gefühl von Stolz und Zugehörigkeit vermittelt. “Wir haben eine enge Beziehung zu einer Modeschule in Kinshasa, sodass wir den Studenten einen Arbeitsplatz bieten können, wenn sie fertig sind, um ihnen zu zeigen, dass die Modeindustrie größer ist, als sie denken”, erklärt sie gegenüber Design Indaba.

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“Ich denke auch, dass wenn du einer Person einen Job gibst, es der ganzen Familie helfen kann. Es kann dabei helfen, Kinder in die Schule zu schicken. Es geht hier nicht nur um Kleidung, sondern darum, Arbeitsplätze zu schaffen. Ich denke, wir brauchen mehr Infrastruktur als Wohltätigkeit.” Mit ihrem Einsatz möchte sie auch den Blick auf Afrika verändern. “Ich möchte dieses andere Afrika zeigen und Stereotypen aufmischen. Es ist eine Geschichte, die von einer afrikanischen Frau geschrieben wird. Wir brauchen mehr Geschichten über uns und von uns.” Laëtitia Kandolo ist auf dem richtigen Weg: Als international anerkannte Designerin hat sie es ins Rampenlicht geschafft, um zurückzukehren und auch anderen zu helfen, ihre Träume wahr werden zu lassen. Doch der Weg ist noch weit – weiß auch Titia: “… wir afrikanischen Designer kämpfen den gleichen Kampf: Wir versuchen, Afrika auf die Modekarte zu setzen.”

Und dafür geben sie und andere Designer wirklich alles…

 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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