Zeitumstellung: So wirkt sie auf unseren Bio-Rhythmus

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Kinga Cichewicz auf Unsplash
Ständig müde und lustlos? Das kannst du dagegen tun…

Am 27. Oktober wird die Uhr umgestellt, und wir bekommen wieder eine Stunde »geschenkt«. Da die Zeitumstellung erst 2021 abgeschafft werden soll, müssen wir uns noch dieses und nächstes Jahr mit den negativen Folgen auseinandersetzen, die es hat, wenn wir plötzlich einer Stunde weniger beziehungsweise mehr zur Verfügung haben. Doch mit ein paar kleinen Hinweisen und Tipps lässt sich die kommende Zeit angenehmer gestalten und überstehen.

 

Wie wir bereits vor einiger Zeit berichtet haben, stimmten in einer europaweiten Online-Umfrage etwa 84 Prozent für eine Abschaffung der Zeitumstellung. Damals stand noch nicht fest, wann wir das letzte Mal an den Zeigern drehen würden. Jetzt ist klar, dass sich bis 2021 alle EU-Mitgliedsstaaten, einzeln für sich, darüber im Klaren sein müssen, ob sie nun die Winter- oder aber die Sommerzeit dauerhaft behalten möchten. 

So wird dann im März 2021 die Uhr das letzte Mal auf Sommerzeit umgestellt. Alle Länder, die sich für die Winterzeit entscheiden, drehen im Oktober 2021 das letzte Mal am Zeiger. Welche Auswirkungen die daraus resultierenden unterschiedlichen Zeitzonen innerhalb Europas auf das tägliche Leben und im Speziellen die Wirtschaft haben könnten, wird derzeit noch mit Sorge diskutiert. 

Zeitumstellung: Viele Menschen leiden

Bis es allerdings so weit ist, müssen wir die Effekte, die die Zeitumstellung auf unsere eigene innere Uhr hat, noch erdulden. ExpertInnen weisen darauf hin, dass bei jedem Mal unser sogenannter Bio-Rhythmus durcheinander gerät. So bemerkt direkt nach der Zeitumstellung jede/r Zehnte Gemütsschwankungen. Besonders drastisch fallen beim Übergang von der Sommer- auf die Winterzeit laut Umfragen Erscheinungen wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit, Verdauungsprobleme und sogar psychische Erkrankungen aus. Schuld daran ist unsere innere Uhr, die neben dem Schlaf-Wach-Rhythmus auch andere Körperfunktionen wie den Stoffwechsel, die Hormonproduktion, den Kreislauf und den Blutdruck steuert. All das hängt zusammen und kann durcheinandergeraten – auch wenn es sich nur um eine Stunde Unterschied handelt. 

Obst hilft uns durch die trübe Jahreszeit…

Beim Übergang von der Sommer- zur Winterzeit kommen zudem noch die kurzen Lichtphasen mit einer entsprechend langanhaltenden Dunkelheit hinzu. Deshalb sprechen Mediziner in dieser Zeit auch immer wieder vom sogenannten Seasonal Affective Disorder (SAD) oder dem sogenannten Herbst-Blues, der sich von einer leichten depressiven Verstimmung zu einer ausgeprägten Despression entwickeln kann. Denn fehlt das Licht, ist die Serotonin-Ausschüttung gehemmt. Dieser Botenstoff wird auch als Glückshormon bezeichnet und hat bei wenig Tageslicht kaum eine Chance, sich in unserem Körper auszubreiten. Zusätzlich spielt auch der Bewegungsmangel eine Rolle. Die Lust auf Sport sinkt, und auch die Bewegung im Freien wird bei den meisten Menschen automatisch weniger. 

Ähnlich sieht es mit der Ernährung aus. Ist es kalt und dunkel, greifen die meisten zu kalorienreichen »Sünden«, anstatt sich vor allem jetzt besonders auf Obst und Gemüse zu konzentrieren. Dies kann im schlimmsten Fall zu Übersäuerung oder Nährstoffmangel führen – die Folge sind Stimmungsschwankungen oder Konzentrationsprobleme.

Zeitumstellung: So fällt sie leichter

Wer sich auch im Herbst und Winter in der eigenen Haut so richtig wohlfühlen möchte, sollte versuchen, den inneren Schweinehund zu überwinden und täglich Zeit an der frischen Luft verbringen. Die Laune steigert sich nachweislich bereits bei kleinen Kaffeepausen im Freien oder einem Spaziergang in der Mittagspause. Wer eh sportlich aktiv ist, kann die Joggingrunde vom Laufband im Fitnessstudio auch besser nach draußen verlegen. Ebenfalls hilfreich ist eine ausgewogene und vor allem vitaminreiche Ernährung. Je bunter der Teller, desto besser, wie dieses energiereiche Rezept hier zeigt. Nach einem Check beim Arzt können zusätzlich auch Nahrungsergänzungsmittel helfen. In den Wintermonaten ist besonders Vitamin D notwendig, da dieses nicht durch die Nahrung zugeführt wird, sondern in Verbindung mit Sonnenstrahlung im Körper selbst gebildet werden muss. Hier können auch Tageslichtlampen weiterhelfen, die in den letzten Jahren immer beliebter werden. Am Arbeitsplatz aufgestellt sorgen sie für das Licht, das uns nun tagsüber so häufig fehlt.

Ein weiterer Tipp: Frühzeitig schlafen gehen und unbedingt schon eine Stunde vorher Handy, Tablet oder Laptop weglegen. Jetzt ist auch die beste Zeit, um mal wieder ein gutes Buch zu lesen. Das hilft uns dabei, wesentlich entspannter in den Schlaf zu finden. Und auch Tees mit Heilkräutern wie Lavendel, Melisse oder Fenchel können das Ein- und Durchschlafen erleichtern und zusätzlich für ein angenehmes Bauchgefühl sorgen.

In der Nacht auf Sonntag heißt es also wieder, die Uhr von drei auf zwei zurückzustellen. Wer damit Probleme hat, kann sich mit diesen Tipps schon jetzt auf die Umstellung vorbereiten. Verratet uns: Fühlt ihr euch durch die Zeitumstellung negativ beeinflusst und welche Tipps kennt ihr außerdem?

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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