Nie wieder Übergewicht? Was besagt der Nutri-Score?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: BMEL/Janine Schmitz/photothek.net
Lesezeit: 2 Minuten
Was bewirkt der Nutri-Score?

Der Nutri-Score soll uns gleich auf den ersten Blick zeigen, wie gesund Lebensmittel wirklich sind. Doch was nützt uns das Ampelsystem, wenn es auf freiwilliger Basis beruht?

 

Immer wieder geschieht es, dass VerbraucherInnen mit gutklingenden Slogans und hübschen Verpackungen hinters Licht geführt werden. Denn einige Lebensmittel sehen zwar gesund aus, sind es aber nicht, weil sie doch zu viel Zucker, Fett oder Salz enthalten. Und kaum jemand hat im Supermarkt Zeit dafür, alle Nährwertangaben genauestens zu studieren. Allerdings soll uns jetzt die Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Produkt mit dem neuen Nährwertlogo, dem Nutri-Score, vereinfacht werden. Das Ziel ist es, dass mehr Menschen zu gesünderen Lebensmitteln greifen und so langfristig Übergewicht vorgebeugt wird. 

Der Nutri-Score: Dabei soll er VerbraucherInnen helfen

Das Nutri-Score-System stammt aus Frankreich, wo es inzwischen verpflichtend ist. Mit den Kennzeichnungen »A« in dunkelgrün für eine sehr gute Nährwertbilanz bis hin zum roten »E« für eine sehr schlechte Bilanz soll auf den ersten Blick erkennbar sein, wie hoch der Gehalt an Zucker, Fett und Salz ist. Berücksichtigt werden allerdings auch der Obst‑ und Gemüseanteil, die Ballaststoffe und die enthaltenen Proteine.

Die fünfstufige Farbskala fasst also zusammen, wie ausgewogen oder wie unausgewogen der Nährwertgehalt eines Lebensmittels ist und soll die VerbraucherInnen dazu bewegen, sich häufiger für gesündere Produkte zu entscheiden. In Frankreich geht das System bereits voll auf. Auswertungen zeigen, dass Menschen dort eher zu Produkten mit einem »A«, »B« oder »C« greifen – seltener aber zu solchen mit einem »D« und »E«.

Der Nutri-Score: Was nützt er uns?

Inzwischen lässt sich das Logo auch auf einigen Produkten in Deutschland finden, wie etwa auf denen von Danone. Hierzulande beruht die Nutri-Score-Kennzeichnung allerdings noch auf Freiwilligkeit – die Hersteller können sich auch dagegen entscheiden. Deshalb erhöhen Verbraucherzentralen aktuell den Druck auf die Bundesernährungsministerin Julia Klöckner (CDU). Sie befürchten, dass der Score ausschließlich auf Nahrungsmitteln Verwendung findet, die eine »gute« bis »sehr gute« Bilanz aufweisen. Sollte das wirklich so sein, würde das den VerbraucherInnen nur begrenzt nützen. 

Ist Übergewicht in Deutschland der Unwissenheit geschuldet?

Wie wichtig es ist, zu wissen, was in den angebotenen Lebensmitteln steckt, zeigt eine Veröffentlichung des Robert-Koch-Instituts. Denn etwa die Hälfte der Frauen und sogar zwei Drittel der Männer in Deutschland leiden unter Übergewicht – ca. 18 Prozent der Männer und Frauen leiden sogar unter Adipositas und sind damit sehr stark übergewichtig. Für viele ExpertInnen ist klar, dass diese Zahlen unter anderem der Unwissenheit darüber geschuldet sind, was wir wirklich täglich zu uns nehmen. Nur wenn der Nutri-Score verpflichtend werde, könne er VerbraucherInnen wirklich dabei helfen, sich in Bezug auf die Nährstoffqualität Orientierung zu verschaffen, heißt es. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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