Trinkwasser-Qualität: Ist Leitungswasser trinken gesund?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Rawpixel auf Unsplash
Wasserglas
Immer wieder wird das Trinkwasser in Deutschland skeptisch beäugt und häufig sogar schlechter gemacht, als es in Wahrheit ist. Laut Umweltbundesamt ist die Trinkwasser-Qualität jedoch nicht nur gut, sondern hervorragend.
 

Das Trinkwasser in Deutschland wird so streng kontrolliert wie kein anderes Lebensmittel. Die Untersuchungen, die für den alljährlichen Trinkwasser-Report durchgeführt werden, zeigen, dass 99,9 Prozent der genommenen Proben alle vorgegeben Grenzwerte einhalten. »Das Trinkwasser in Deutschland kann man ohne Bedenken trinken – insbesondere aus größeren Wasserversorgungen ist es flächendeckend sogar von exzellenter Qualität. Trinkwasser wird sehr häufig kontrolliert – zum Teil gar täglich«, erklärt Maria Krautzberger, Präsidentin des Umweltbundesamtes. Die exzellente Qualität gibt es dann auch noch für einen extrem niedrigen Preis. Pro Liter kostet es nur 0,2 Cent. Und es schont die Umwelt, da es nicht erst in Flaschen gefüllt, dann Deutschland weit in die Supermärkte und anschließend in die Haushalte transportiert werden muss. Nach dem Trinken entsteht außerdem kein Müll durch Plastik- oder Glasflaschen.

Ist abgefülltes Mineralwasser aus dem Supermarkt gesünder?

Auch, wenn das Wasser aus unseren Leitungen unbedenklich ist, wird es dennoch häufig verschmäht. Es besteht die Annahme, dass das Wasser aus den Supermärkten nährstoffreicher sei. Wie Stiftung Warentest erklärt, sei das allerdings nur ein Mythos. Beide Varianten enthalten ähnlich viel Mineralstoffe. Hinzu kommt, dass die Belastungsgrenzwerte, beispielsweise für Pestizide und Uran, für Mineralwasser aus dem Supermarkt nicht so hoch angesetzt werden, wie die für das Trinkwasser aus dem Hahn. Aus diesem Grund ließen sich in der Vergangenheit auch immer wieder Keime in abgefüllt verkauftem Wasser nachweisen, die im schlimmsten Fall sogar zu Schädigungen des Immunsystems führen könnten.

 

Auch die Befürchtung, Wasser aus dem Hahn könnte zu nitratreich sein, ist längst Geschichte. Es stimmt, dass da, wo Landwirtschaft betrieben wird, Nitrat ins Grundwasser gelangt – Grund dafür ist die stickstoffhaltige Düngung. Die ständig voranschreitende Technik rund um die Trinkwasseraufbereitung macht es jedoch möglich, dass die Nitrat-Werte im Wasser sogar immer weiter sinken und demzufolge unbedenklich sind.

Trinkwasser-Qualität testen: So geht‘s

Wer doch Bedenken hat und sich vielleicht aufgrund älterer Kupfer- oder Bleirohre im eigenen Haus nicht sicher ist, wie es um die Trinkwasser-Qualität bestellt ist, kann eine Wasserprobe beim städtischen Wasserversorger abgeben. Für Haushalte mit Babys und Kleinkindern ist die Analyse oft kostenlos – andernfalls kostet sie etwa 15 Euro. Apropos: Da Wasser für Säuglinge eh immer abgekocht werden sollte, spielt es keine Rolle, ob das Wasser aus dem Supermarkt oder direkt aus der Leitung kommt. Vollkommen steril ist weder das eine, noch das andere.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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