Was kann ich gegen Scheidenpilz tun?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Billie auf Unsplash
Lesezeit: 2 Minuten
Scheidenpilz vorbeugen – so geht's!

Ein Scheidenpilz kann ganz schön unangenehm sein. Doch was kann man tun, um ihn schnellstmöglich wieder loszuwerden? 

Wer vermutet, an einem Scheidenpilz erkrankt zu sein, sollte zunächst eine Frauenärztin oder einen Frauenarzt aufsuchen, um sich den Verdacht bestätigen zu lassen. Denn immer wieder behandeln sich Frauen mit freiverkäuflichen Mitteln aus der Apotheke selbst, ohne wirklich genau zu wissen, ob hinter den brennenden und juckenden Rötungen tatsächlich ein Vaginalpilz steckt. Und tatsächlich: Studien zeigen, dass nur etwa eine von drei Frauen tatsächlich von dieser Art der Genitalinfektion betroffen ist. Wer sich nicht scheut, das Ganze abklären zu lassen, verhindert außerdem, dass sich die Krankheit mit der Zeit sogar noch verschlimmert, weil man sich vielleicht für das falsche Medikament entschieden hat.

Scheidenpilz: Wie wird die Genitalinfektion behandelt?

Zur Bekämpfung von Pilzen – und eben auch von Scheidenpilz – gibt es spezielle Medikamente, die sogenannten Antimykotika (von griechisch anti = »gegen« und mykes = »Pilz«). Diese enthalten Wirkstoffe aus der Gruppe der Polyene, wie Nystatin oder Amphotericin B, oder aus der Gruppe der Imidazole, wie Clotrimazol oder Ciclopirox. Je nachdem, was frau bevorzugt, können die Antipilzmedikamente in Form von Scheidenzäpfchen oder Cremes verwendet werden. Die Behandlung kann bis zu einer Woche dauern – danach sollte die Infektion in der Regel verschwunden sein. Ist sie hartnäckiger oder kommt immer wieder – tritt der Pilz mehr als viermal pro Jahr auf, spricht man von einem chronisch wiederkehrenden Scheidenpilz – müssen weitere Maßnahmen getroffen werden, wie etwa die Einnahme eines Medikamentes in Tablettenform und über einen längeren Zeitraum hinweg

Im Netz kursieren zudem immer wieder kuriose Hausmittel, für deren Wirksamkeit es jedoch keine wissenschaftlichen Belege gibt. ÄrztInnen raten davon ab, diese zu befolgen, da sie im schlimmsten Fall den Pilz sogar noch befeuern können. Deshalb verzichten wir an dieser Stelle auch darauf, entsprechende Beispiele zu nennen.

Scheidenpilz: Das kannst du tun, damit er gar nicht erst auftritt

Es gibt eine ganze Reihe von Maßnahmen, die einem Scheidenpilz vorbeugen können. So empfehlen ÄrtzInnen und PharmazeutInnen Folgendes:

  • Die Scheide sollte nur mit Wasser gereinigt werden – bei der Reinigung sollte auch kein Waschlappen verwendet werden.
     
  • Wer nicht ganz auf ein Reinigungsmittel verzichten möchte, sollte ausgewiesene Intimpflegeprodukte verwenden.
     
  • Ganz grundsätzlich sollte auf übertriebene Intimhygiene verzichtet werden.
     
  • Nach dem Waschen sollte der Intimbereich gründlich abgetrocknet werden.
     
  • Beim Toilettengang sollte man immer von vorne nach hinten wischen – nicht andersherum.
     
  • Auf synthetische, enganliegende Kleidung sollte verzichtet werden. Unterwäsche aus Baumwolle ist am hautschonendsten.
     
  • Nasse oder verschwitzte Unterwäsche oder Badesachen sollten immer direkt gewechselt werden.
     
  • Slipeinlagen sollten luftdurchlässig sein und keine Kunststoffbeschichtung haben.
     
  • Beim Wechsel von Anal- zu Vaginalverkehr sollte unbedingt ein Kondom verwendet werden bzw. das verwendete gewechselt werden.
     
  • Nach einer Pilzbehandlung sollten die Unterwäsche und Handtücher gründlich bei 60 Grad gewaschen werden. Verträgt die Wäsche solch hohen Temperaturen nicht, sollte zusätzlich ein Hygienespüler verwendet werden.

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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