Optimistische Partner*innen fördern die eigene Gesundheit!

Words by Arzu Gül
Photography: Candice Picard via Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Mann und Frau umarmen sich und lachen - Optimistische Partner

Eine neue Studie belegt: Die Beziehung zu einem Optimisten oder einer Optimistin verringert den Verfall unserer kognitiven Leistungsfähigkeit im Alter. Wie ist das möglich?

Die Partnerwahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen in unserem Leben. Schließlich verbringen wir potenziell eine lange Zeit mit unserer besseren Hälfte, gründen unter Umständen eine eigene Familie und meistern mit dem Menschen an unserer Seite die großen und kleinen Hürden des Lebens. Doch offenbar hat diese Wahl noch einen weitaus größeren Einfluss auf uns, als wir bisher dachten. Ein/e optimistische/r PartnerIn wirkt sich Studien zufolge nämlich maßgeblich auf unsere Gesundheit im Alter aus. Das zumindest behaupten nun ForscherInnen der Michigan State University.

Demenz, Alzheimer oder sonstige Einschränkungen unserer kognitiven Fähigkeiten gehören zu den typischen Altersleiden. Doch inwieweit hängen diese mit unserer Partnerwahl zusammen, und könnte diese wirklich das Vorkommen eben dieser Krankheiten im Alter beeinflussen? Laut ForscherInnen der Michigan State University ist dies durchaus möglich. So sollen Menschen mit optimistischen PartnerInnen mit zunehmendem Alter eher ihren Verstand und ihre geistigen Funktionen wahren.

Optimismus begünstigt höhere geistige Leistungsfähigkeit

Im Rahmen seiner Studie hat das Forschungsteam insgesamt 4.457 heterosexuelle Paare im Alter von 50 Jahren oder älter untersucht. Die TeilnehmerInnen stammten dabei aus unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen, um die Gesellschaft möglichst repräsentativ abzubilden. Zunächst wurde mittels eines Fragebogens ermittelt, wie optimistisch die TeilnehmerInnen sind. Später wurden die kognitiven Fähigkeiten dann alle 2 Jahre, insgesamt bis zu fünfmal getestet. Schließlich wurden alle Personen gebeten, auch die Qualität ihres Gedächtnisses im Alltag bewerten.

Das Ergebnis: Optimistische Menschen schnitten in den Testergebnissen signifikant besser ab und konnten weitaus bessere Leistungen ihres Kurzzeit- und Langzeitgedächtnisses aufweisen. So weit, so gut. Was aber besonders interessant war: Nicht nur die optimistischen Menschen selbst profitierten offenbar von ihren positiven Denkmustern, sondern auch ihre EhepartnerInnen! Wie kann das sein?

Ist Optimismus erlernbar? Expertinnen sagen: Ja!

Auch Ehepartner*innen profitieren vom Optimismus

Laut William J. Chopik, PhD, Assistenzprofessor für Psychologie an der Michigan State University, gibt es mehrere bekannte Risikofaktoren für den Verfall unserer kognitiven Fähigkeiten. Dazu gehöre neben genetischer Veranlagung und biologischen Prozessen (sogenannten »Biomarkern«) eben auch der eigene Lebensstil. Dieser werde vor allem durch das Maß an körperlicher Aktivität, die Ernährung, das Gewicht sowie Mobilität und Beweglichkeit bestimmt.

OptimistInnen würden generell eher zu einem gesünderen Verhalten tendieren: Sie ernährten sich bewusster, seien im Alltag aktiver und kümmerten sich laut Chopik auch eher um ihre Gesundheitsvorsorge. Es seien unter anderem diese Faktoren, die dazu führen, dass optimistischen Menschen die Gedächtnisleistungen und geistigen Fähigkeiten im Alter erhalten bleiben. Dass dieser Effekt auch auf ihre PartnerInnen abfärbt, könnte daran liegen, dass OptimistInnen ein positives Beispiel für ein gesundes Verhalten abgeben und ihre EhepartnerInnen damit bewusst oder unterbewusst zum Nachahmen animieren. 

Können wir Optimismus erlernen?

Statt nun aber Ausschau nach einer optimistischen Person zu halten, die uns positiv beeinflussen kann, sollten wir vielmehr selbst versuchen, eine entsprechende innere Haltung einzunehmen. Laut Chopik sei Optimismus nur etwa zu 25 % erblich und also zum großen Teil Optimismus erlernbar.

Wer positiv durchs Leben gehen möchte, muss die eigenen Denkmuster hinterfragen und auch gewillt sein, Haltungen und Meinungen anzupassen. Denn Umstände, Personen und Dinge erhalten immer nur die Bedeutung, die wir ihnen persönlich beimessen. Gerade PessimistInnen oder Menschen, die sich generell viele Sorgen machen, sollten sich häufiger vor Augen führen, dass viele ihrer Ängste und Sorgen unbegründet sind. Gleichzeitig ist es auch wichtig, sich selbst öfter zu loben, zu erkennen, wenn wir etwas gut gemacht haben, und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken, insbesondere wenn es um unsere eigenen Fähigkeiten und Ziele geht.

Wer damit Schwierigkeiten hat oder schnell in alte Denkmuster zurückfällt, dem empfiehlt Chopik, sich in sozialen Projekten oder einem Ehrenamt zu engagieren. Die damit verbundene Gewissheit, etwas Gutes und Sinnvolles für andere zu tun, fördere eine glückliche Grundstimmung, die wiederum die Basis für unsere Vitalität im Alter darstelle – und eben auch die Aufrechterhaltung kognitiver Funktionen begünstige. Gepaart mit körperlicher Fitness, gesunder Ernährung und ausreichend Bewegung im Alltag könnten Menschen so durchaus ihre eigene Gesundheit und die ihrer PartnerInnen fördern.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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