Lass laufen, Baby! Mindert Free Bleeding Schmerzen?

07.05.2018
Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Kann Free Bleeding Schmerzen lindern?

“Free Bleeding” bedeutet: Während der Periode nicht zu speziellen Hygieneartikeln wie Binden, Tampons oder Menstruationstassen zu greifen, sondern das Blut natürlich laufen zu lassen. Dabei geht es aber nicht darum, einfach überall rumzubluten. Es geht vielmehr darum, den eigenen Körper zu verstehen. Dann klappt das monatliche Bluten nicht nur ohne Sauerei, sondern für viele auch ohne Schmerzen.

Es kann ein unglaublich tolles Gefühl sein, den eigenen Körper zu lieben und ihn dabei auch noch zu verstehen. Das mit der Selbstliebe und dem Verständnis fällt niemandem unentwegt leicht. Auch Menschen, die sich dahingehend große Mühe geben, geraten mal an ihre Grenzen. Bei vielen, die eine Gebärmutter haben, wird diese Grenze beim Thema Periode erreicht. Vor allem wenn wir uns vor und während der Tage mit starken Schmerzen und Krämpfen herumplagen, sich Pickel im Gesicht breit machen und sich das allgemeine Wohlbefinden in den Keller verkrümelt.

Tampons und Slipeinlagen werden immer unbeliebter

Etwa 40 Jahre lang gehört die Monatsblutung aber nun mal zum Frausein dazu und hat deshalb unsere Aufmerksamkeit mehr als verdient. Doch noch immer scheint die Periode in der Tabuzone gefangen zu sein. Viele umgehen das Thema geflissentlich, egal ob Mann, Frau oder irgendwas dazwischen. Die “Free Bleeding”-Bewegung möchte das nun ändern. Ein Grund dafür ist, dass immer mehr Frauen den Einsatz von Tampons und Binden hinterfragen. Nicht nur der Umwelt zuliebe – in unserem Leben verbrauchen wir etwa 16.800 solcher Hygieneprodukte – sondern auch zugunsten unseres eigenen Körpers.

Fast jede Frau kennt die Schmerzen beim Einführen oder Herausnehmen des Tampons. Zudem besteht das Risiko, am toxischen Schocksyndrom zu erkranken, bei dem ein bestimmtes Bakterium zu Organ- und Kreislaufversagen führen kann. Eine Lösung ist die Menstruationstasse, die derzeit immer beliebter wird und die bei korrekter Anwendung und Reinigung kaum bis gar keine Bakterien in die Scheide befördert. Außerdem ärgerlich: Auf Tampons und Binden wird noch immer eine Mehrwehrtsteuer von 19 Prozent erhoben. Damit gehören sie offiziell zu den “nicht essenziellen Produkten”.

Free Bleeding: Wenn die Periode natürlich passiert
Bildquelle: Unsplash

“Free Bleeding”: So geht’s!

Doch es geht auch ganz ohne. Amerikanische Feministinnen waren die ersten, die zum “Free Bleeding” aufriefen. Jetzt scheint der “neue” Umgang mit der Periode auch zu uns überzuschwappen. Die Idee dahinter ist, die Periode von der Tabuisierung zu befreien und deutlich zu machen, dass das Blut weder unrein noch unnatürlich ist. Weiterhin geht es um die zu Beginn erwähnte Selbstliebe und das Verständnis für den eigenen Körper. Doch wie funktioniert “Free Bleeding” genau?

Das Blut fließt im Normalfall nicht durchgehend, sondern in Abständen als Schwall. Wie genau der Abstand ist, ist bei jeder Frau unterschiedlich und kann daher nicht klar bestimmt werden. Kurz bevor es den Körper verlässt, spüren viele Frauen ein Ziehen im Unterleib. Wer in diesem Moment eine Toilette aufsucht, den Beckenboden entspannt und leichte Wippbewegungen macht, kann das Blut so ganz natürlich aus dem Körper befördern. Unterstützend kann dabei auch der untere Bauch massiert werden. Theoretisch sind Tampons, Binden und andere Hilfsmittel so nicht mehr notwendig. Die meisten Frauen können lernen, genau zu spüren, wann es wieder so weit ist. So kann das “Free Bleeding” bei genauerem “Hinhören” und Analysieren der Körpersignale ebenso gut funktionieren wie der Schutz mit Tampon, Binde oder Tasse.

Wer “Free Bleeding” ausprobieren möchte, sich jedoch unsicher ist, ob das eigene Körpergefühl und die Intuition einem wirklich das Richtige sagen, kann es gut an Tagen testen, an denen die Periode schwächer ist. Wer möchte, kann als Sicherheit ja erstmal noch eine Slipeinlage verwenden. Und am Ende ist es einfach eine Übungs- und Gewöhnungssache. Frauen, die den Dreh bereits raushaben, sprechen in Foren und Sozialen Medien nicht nur über den positiven Effekt weniger Müll zu produzieren, sondern auch darüber, dass die Regelschmerzen schwächer geworden oder sogar ganz verschwunden sind.

In diesem Sinne: Lass laufen, Baby!

Das Beitragsbild ist übrigens von Sonnie Hiles auf Unsplash

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Claudia Marisa Alves de Castro

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

1 Kommentar

  1. M.

    Soll man dazu wirklich noch etwas sagen?????? Bin echt fast Sprachlos!!!!!!!!!!!….KRANK…SCHWACHSIN…

    Könnte auch so ein blödes Artikel schreiben….hmmm… z. b. wir könnten uns nach dem kleinem und großem Geschäft waschen und damit Papier sparen. Ach jaaaa, ganz wichtig….da wären wir auch sicher von Bakterien verschont.
    LÄCHERLICH!!!!!GOTT BIN ICH WÜTEND!!!!ES WIRD IMMER BLÖDER UND KRANKER AUF DIESER WELT

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