Ist »Mewing« ein ernstzunehmender Schönheits-Trend?

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Azamat Zhanisov auf Unsplash
Mewing soll das Gesicht harmonischer machen
»Mewing« soll eine Technik sein, die bei richtiger Ausführung dafür sorgen kann, dass sich die eigenen Gesichtszüge zum Positiven verändern. Wir sind skeptisch. 
 

Im Netz lassen sich zahlreiche Beauty-Tipps und Optimierungsvorschläge finden. Einige sind einfach nur teuer, andere wiederum beruhen auf Hörensagen und haben keinen nachgewiesenen Effekt. Zu den vollkommen kostenfreien Techniken, die seit Längerem in Netz herumgeistern, zählt das sogenannte »Mewing«.

»Mewing« soll Gesichtszüge verändern

Angeblich soll der Internet-Trend dafür sorgen, dass das ganze Gesicht formbar wird und sich sichtbar verändert. Wer regelmäßig trainiert, soll schon bald erkennen können, dass die Kinnlinie weiter nach oben wandert und ein insgesamt harmonischeres Bild entsteht. Zahlreiche YouTube-Videos zeigen, wie es geht. In der Praxis sieht das Ganze dann so aus: Bei geschlossenem Mund und aufeinandergestelltem Ober- und Unterkiefer wird die komplette Zunge an den oberen Gaumen gepresst. Und das war es auch schon. 

 

Die Vorteile von »Mewing« sind nicht belegt

Benannt wurde diese Technik nach den britischen Kieferorthopäden Dr. John Mew und seinem Sohn Dr. Mike Mew. Letzterer hat auf seinem eigenen YouTube-Kanal mehr als 600 Videos zu dem Thema hochgeladen. Seine Anhänger freut es, doch er selbst soll dafür laut eigenen Aussagen im November 2018 aus der British Orthodontic Society, einer britischen Ärztevereinigung für Kieferorthopäden, ausgeschlossen worden sein. Der Vorstand ist offenbar der Meinung, dass »seine Aussagen in den sozialen Medien Patienten und die Öffentlichkeit in die Irre geführt hätten.« Kritiker unterstützen diese Entscheidung, da die angeblichen Vorteile der Technik (noch) nicht wissenschaftlich belegt sind. Seine Fans bleiben ihm dennoch treu. Eines seiner letzten Videos hat knapp 850.000 Aufrufe und 22.000 Daumen nach oben. 

 »Mewing« vs. Gesichtsyoga

Wer jetzt neugierig geworden ist, kann sich von Dr. Mike Mew genauer erklären lassen, welche Wunder »Mewing« bewirken kann. Alternativ starten wir jetzt einfach ein kleine Runde Gesichtsyoga. Mit den richtigen Übungen soll es zur Lockerung der Kiefermuskulatur kommen, die so häufig für unangenehme Schmerzen im Nacken und Rücken verantwortlich ist. So oder so: Beiden Praktiken können wir zu Gute halten, dass sie vollkommen kostenfrei sind und allerhöchsten etwas Zeit kosten. Wie sinnvoll diese beim »Mewing« genutzt wird, darf an dieser Stelle jede*r für sich selbst entscheiden. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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