Fasten: Was es wirklich bringt & wie es richtig geht

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Benjamin Wong auf Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Wie faste ich richtig?

Um sich rundum wohlzufühlen und etwas für die Gesundheit zu tun, starten viele Menschen mit einem Fastenprogramm ins neue Jahr. Doch was gilt es beim Fasten zu beachten, damit es wirklich etwas bringt?

 

Fasten ist schon längst nicht mehr nur ein fester Bestandteil aller Religionen. Wer fastet, hat meistens die Intention, den Körper zu entschlacken und zu entgiften. Vor allem nach der Weihnachtszeit, die nahrungstechnisch bei vielen Menschen sehr üppig ausfällt, entsteht das Bedürfnis, alles wieder auf null zu setzen und sich von dem ständigen Drang nach Süßem und Deftigem zu befreien. Deshalb geht es beim Fasten – anders als man vielleicht annehmen könnte – nicht in erster Linie darum, schnellstmöglich viele Pfunde purzeln zu lassen. Vielmehr geht es darum, vorhandene Giftstoffe aus dem Körper zu schwemmen, um sich anschließend wieder fit, gesund und energetisch zu fühlen. 

Fasten: Welche positiven Effekte gibt es?

Durchs Fasten können sich so einige positive Effekte für Körper und Seele einstellen: ein stärkeres Immunsystem, niedrigere Blutfettwerte, eine Entlastung von Bandscheiben und Gelenken, die Linderung chronischer Beschwerden, eine Stabilisierung der Darmfunktion, eine Neutralisierung der Geschmacksnerven und des Geruchssinns, straffere Haut und Gewichtsverlust – so vielfältig kann sich der vorübergehende Nahrungsverzicht auswirken. Da der Körper nach einer Fastenkur vermehrt das Glückshormon Serotonin ausschüttet, berichten viele Menschen nach dem Fasten zudem von einem angenehmen Hochgefühl und darüber hinaus von gesteigerter Konzentration, Gelassenheit und innerer Ruhe. 

Fasten: Diese Methoden gibt es

Um die körperlichen und seelischen Veränderungen zu erreichen und die Giftstoffe aus dem Körper zu entfernen, gibt es unterschiedliche Methoden: Beim Heilfasten nach Buchinger wird komplett auf feste Nahrung verzichtet. Säfte und Brühen sorgen dafür, dass der Körper sich an den vorhanden Nährstoffdepots bedient. Eingelagerte Kohlenhydrate, Fettreserven und Eiweißvorräte werden so aus dem Bindegewebe abgebaut – es findet eine Entwässerung statt. Beim Basen-Fasten sollten nur basische Stoffe wie Obst, Hülsenfrüchte, Gemüse und Salat zu sich genommen werden. Zusätzlich sollten mindestens drei Liter Wasser am Tag getrunken werden. 

Die sogenannte Schroth-Kur erlaubt pro Tag 700 Kalorien aus fettfreien und salzarmen Nahrungsmitteln. Ein weiterer zentraler Bestandteil dieser Kur ist die Wasserfluktuation. Das bedeutet, dass einem wasserarmen Tag mit höchstens einem Liter Flüssigkeit ein wasserreicher mit mindestens drei Litern folgt. Eine weitere Fastenmethode ist das Intermettierende Fasten – auch Intervallfasten –, das sich dadurch auszeichnet, dass die ansonsten normale Nahrungsaufnahme immer wieder durch einen Fastentag unterbrochen wird. Und dann gibt es noch das Molke-Fasten. Hierbei stehen ausschließlich Lebensmittel aus Molke und anderen Flüssigkeiten auf dem Speiseplan. 

Beim Fasten ist die ausreichende Flüssigkeitsaufnahme besonders wichtig.

Fasten: Was sollte beachtet werden?

Wer eine Fastenkur beginnen möchte und noch keine Erfahrung damit hat, sollte zuvor unbedingt Rücksprache mit der Hausärztin oder dem Hausarzt halten. Es gibt sogar spezielle FastenärztInnen, die sich in Theorie und Praxis bestens mit dem Thema auskennen, alle nötigen Check-ups durchführen und entsprechende Empfehlungen aussprechen können. Wer es noch ganzheitlicher mag oder befürchtet, das Fasten alleine nicht durchzuhalten, kann auch an einer Kur in einer Fastenklinik teilnehmen und sich hier begleiten lassen. Auf keinen Fall ohne professionelle Unterstützung sollten Menschen fasten, die an Übergewicht, Diabetes, Depressionen oder übermäßigem Stress leiden. Ebenfalls unter Beobachtung sollten besonders junge oder besonders alte Menschen stehen. Wer an schwerwiegenden oder gar lebensbedrohlichen Krankheiten leidet, schwanger ist oder stillt, sollte das Fasten gänzlich unterlassen.

Fasten: So geht es richtig!

Wer Rücksprache mit der Ärztin oder dem Arzt gehalten hat und sich für eine Fastenmethode entschieden hat, sollte nun einen Fastenplan aufstellen. In diesem sollte ganz genau festgehalten werden, wie lange und wie intensiv gefastet werden soll. Die Dauer hängt dabei von der Methode und der Erfahrung der oder des Fastenden ab. Normalerweise dauert eine Fastenkur eine bis vier Wochen. Und dann kann es auch schon losgehen.

Diese drei Phasen werden speziell während des Heilfastens durchlaufen:
 

  1. Die Entlastungsphase:
    Während der Entlastungsphase wird das eigentliche Fasten allmählich vorbereitet, indem zunächst auf Süßigkeiten, Alkohol, Nikotin und Koffein (Tein) Kaffee verzichtet wird. Wichtig dabei ist es, ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen. Täglich sollten mindestens drei bis vier Liter Wasser, teinfreier Tee oder Brühe getrunken werden. Für viele Menschen bedeutet der Verlust gewohnter Lebens- und Genussmittel bereits eine große Hürde. Wer diese überwunden hat, wird nach einer Umstellungsphase, in der Kopfschmerzen oder Stimmungsschwankungen auftreten können, mit der Entschlackungsphase fortfahren.
     
  2. Die Entschlackungsphase:
    Nun geht es ans Eingemachte. Wer sich beispielsweise für das Heilfasten entschieden hat, nimmt von nun an nur noch Flüssiges zu sich. Um genügend Nährstoffe zu erhalten, sollten Wasser, Gemüse- und Obstsäfte, Brühen und Früchtetees konsumiert werden. Außerdem sollte jetzt der Magen-Darm-Trakt einmal völlig entleert werden. Dies funktioniert am besten mit Einläufen oder auch Schüßler-Salzen. 
     
  3. Fastenbrechen: 
    In der dritten und letzten Phase wird der Körper langsam wieder an feste Nahrung herangeführt. Da während der Fastenzeit die Produktion der Verdauungssäfte eingestellt wurde, ist es jetzt besonders wichtig, nicht etwa sofort einen Burger mit Pommes zu verschlingen. Wer es zu schnell zu gut meint, kann eventuell Magenreizungen und Kreislaufprobleme provozieren. Leichte und fettarme Nahrung ist an dieser Stelle perfekt. 

 

Wer sich für eine andere Methode entscheidet, durchläuft natürlich einen anderen Ablaufplan. Habt ihr Erfahrungen mit dem Fasten? Welche Methode könnt ihr empfehlen? Welche positiven Effekte sind euch besonders aufgefallen? Teilt uns eure Eindrücke in den Kommentaren mit. 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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