Coronavirus: Du vermutest, krank zu sein? Das ist zu tun!

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Michael Amadeus auf Unsplash
Lesezeit: 3 Minuten
Du vermutest Corona zu haben? Das ist jetzt zu tun

Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Doch wann sollte man in diesen Tagen eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen, und wie genau geht man überhaupt vor, wenn man meint, sich angesteckt zu haben?  

Coronavirus kurz erklärt

China meldete erstmals Ende 2019 eine Häufung von Lungenentzündungen. Das neuartige Virus trat zum ersten Mal in Wuhan auf – Vermutungen zufolge stammt es ursprünglich von einem Lebensmittelmarkt. Bald wurde es von ForscherInnen auf den Namen 2019-nCov getauft, mittlerweile ist es auch als SARS-CoV-2 bekannt. Dabei steht CoV für Coronavirus und SARS für »Schweres Akutes Respiratorisches Syndrom«. Was man inzwischen ebenfalls weiß, ist, dass das Virus eine sogenannte Zoonose ist, also eine Infektionskrankheit, die durch einen Erreger aus dem Tierreich hervorgerufen wird. Wer einmal an dem Virus erkrankt war, hieß es bisher, kann es nicht noch einmal bekommen. Inzwischen berichten verschiedene Medien jedoch von einer Japanerin, die sich zum zweiten Mal angesteckt haben soll. Derzeit ist man sich außerdem sicher, dass das Virus von Mensch zu Mensch übertragen wird. 

Coronavirus: Das sind die Symptome

In den Herbst- und Wintermonaten ist eine Erkältung absolut nichts Ungewöhnliches. Auch Grippewellen erstrecken sich vor allem über die Wintermonate – von Dezember bis Februar, nicht selten auch noch bis April und Mai. 

Wie lässt sich nun also eine Erkältung oder Influenza vom Coronavirus unterscheiden? Leider nur sehr schwer. Ähnlich wie bei anderen Atemwegserkrankungen kann es zu Symptomen wie Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber kommen. Hin und wieder spielt auch Durchfall eine Rolle. In einigen schweren Fällen kann es zu Atemproblemen und einer Lungenentzündung kommen, die sogar lebensbedrohlich verlaufen kann. Zu Todesfällen kam es bisher allerdings vor allem bei Menschen, die älter waren und/oder zusätzlich an chronischen Vorerkrankungen litten. Das Tückische ist dabei, dass es nach einer Ansteckung bis zu 14 Tage dauern kann, bis erste Krankheitszeichen auftreten – ansteckend ist man eventuell jedoch schon vorher.

Bei Verdacht auf Corona: So verhält man sich richtig

Das Robert-Koch-Institut hat einen Leitfaden mit Verhaltensmaßnahmen veröffentlicht, die wie folgt aussehen:

Alle Personen, die Kontakt mit einem Menschen hatten, bei dem das SARS-CoV-2-Virus im Labor tatsächlich nachgewiesen werden konnte, sollten sich unverzüglich – und auch dann, wenn aktuell noch keinerlei Symptome aufgetreten sind – per Telefon an das zuständige Gesundheitsamt wenden. Dann wird von den ExpertInnen entschieden und erklärt, was der bestmögliche nächste Schritt ist. Hier findest du die richtige Adresse für deine Region

Personen, die sich kürzlich in einem der Risikogebiete aufgehalten haben, sollen auf Empfehlung des Robert-Koch-Instituts unabhängig von Symptomen unnötige Kontakte zu anderen Menschen vermeiden und nach Möglichkeit zu Hause bleiben. Sobald sie Symptome an sich feststellen, sollen sie nach telefonischer Voranmeldung und mit Hinweis auf die Reise einen Arzt aufsuchen. Bei den vom Robert-Koch-Institut ausgewiesenen Risikogebieten handelt es sich derzeit um: China (Provinz Hubei – inkl. Stadt Wuhan – und die Städte Wenzhou, Hangzhou, Ningbo, Taizhou in der Provinz Zhejiang), Iran (Provinz Ghom), Italien (Provinz Lodi in der Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien) und Südkorea (Provinz Gyeongsangbuk-do/Nord-Gyeongsang). 

Wer gerade wieder aus einer Region zurückgekommen ist, die derzeit zwar nicht offiziell als Risikogebiet gilt, in der aber Corona-Fälle aufgetreten sind, sollte wachsam bleiben und darauf achten, ob innerhalb von 14 Tagen nach der Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot auftreten. In diesem Fall gilt es, nach telefonischer Absprache eine Ärztin/einen Arzt aufzusuchen. Auch hier ist es wichtig, am Telefon zu betonen, woher man gerade kommt. 

Wer den Verdacht hat am Coronavirus erkrankt zu sein sollte zu Hause bleiben.

Für alle Menschen, die direkt aus China nach Deutschland reisen, gilt seit dem 15. Februar 2020 ein besonderes Verfahren. Dazu erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn: 

»Wir müssen bei der Einreise aus China wissen, wer Kontakt mit infizierten Patienten hatte und wer aus Infektionsgebieten kommt. Das ermöglicht eine konkrete Testung am Flughafen. Das ist eine der Lage angemessene Methode, um die Ausbreitung des Corona-Virus in Deutschland und Europa zu verhindern. So haben wir es auf dem EU-Gesundheitsministerrat beschlossen. Und so setzen wir es nun auf nationaler Ebene direkt um. Dieses mit unseren europäischen Partnern abgestimmte Vorgehen war mir wichtig. Denn nur gemeinsam werden wir die Epidemie eindämmen.« 

Nachdem zahlreiche Fluggesellschaften ihre Flüge nach und aus China bereits eingestellt haben, gehen Direktflüge künftig auch aus Nicht-Risikogebieten aus China nur noch nach München und Frankfurt am Main, wo ankommende Flugreisende genauestens befragt und Tests unterzogen werden. Bereits im Flugzeug muss dazu eine aus drei Fragen bestehende Selbstauskunft ausgefüllt werden, die zusammen mit einem Informationsblatt an Bord verteilt wird. 

Bei Verdacht auf das Corona-Virus gilt also ganz grundsätzlich: Zunächst einmal sollte jede*r Ruhe bewahren, aber dennoch Vorsicht walten lassen. Dazu gehört es, unnötige Kontakte zu vermeiden, nach Möglichkeit erst einmal zu Hause zu bleiben und Abstand zu anderen Menschen zu halten. Um eine Ansteckung anderer zu vermeiden, sollte man nur noch in die Armbeuge oder in ein Taschentuch niesen. Das Taschentuch sollte danach sofort entsorgt werden. Weiterhin sollten die Hände regelmäßig gründlich mit Wasser und Seife gewaschen werden. Auch kann regelmäßiges Lüften dabei helfen, die Viruskonzentration in der Luft zu senken.

Handlungshinweise & Richtlinien: Stand 27. Februar 2020

Weitere aktuelle Informationen sowie alle wichtigen Fragen und Antworten findest du unter diesem Link: rki.de

Und hier noch eine Podcastempfehlung: »Was, wenn das Coronavirus hier massiv ausbricht« – vom Zukunfts-Podcast der tagesschau

Coronaviren wurden erstmals Mitte der 60er Jahre identifiziert. Sie können sowohl Menschen als auch verschiedene Tiere infizieren, darunter Vögel und Säugetiere. Coronaviren verursachen beim Menschen verschiedene Krankheiten, von gewöhnlichen Erkältungen bis hin zu gefährlichen oder sogar potenziell tödlich verlaufenden Krankheiten wie dem Middle East Respiratory Syndrome (MERS) oder dem Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS). In der Vergangenheit waren schwere, durch Coronaviren verursachte Krankheiten wie SARS oder MERS zwar weniger leicht übertragbar als Influenza, aber sie haben dennoch zu großen Ausbrüchen geführt, zum Teil in Krankenhäusern.  Quelle: Robert-Koch-Institut; Stand: 24.01.2020

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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