»Bloody Hell«: Kurzfilm zeigt die emotionalen Phasen von PMS

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Timothy Meinberg auf Unsplash
"Bloody Hell" zeigt die Stadien von PMS

Fast jede Frau erinnert sich noch an den Moment, als sie zum ersten Mal ihre Periode bekommen hat. Welche Gefühle das lostritt und welches emotionale Chaos die Hormone anrichten, zeigt »Bloody Hell«, ein Kurzfilm von Katharina Hingst. 

 

Die allererste Periode ist der Beginn eines völlig neuen Kapitels. Viele junge Mädchen fiebern dem entgegen und können es kaum erwarten. Doch was mit der ersten Blutung auf den jungen Körper und die Psyche einprasselt, wird im Vorhinein nur den wenigsten verraten. 

»Bloody Hell« und das prämenstruelle Chaos

Der Kurzfilm »Bloody Hell« fasst sehr gut zusammen, was Mädchen, die über Nacht zu jungen Frauen werden, wirklich durchmachen. In dem poetischen Porträt geht es um Camille. Am Morgen ihres 16. Geburtstages scheint sich ihre Welt über Nacht verändert zu haben. Plötzlich ergibt nichts mehr einen Sinn. Während sie noch immer ungeduldig darauf wartet, ihre erste Periode zu bekommen, ist sie mit den emotionalen Stadien des prämenstruellen Chaos konfrontiert und hat große Mühe, ihren inneren Aufruhr mit der sie umgebenden rosafarbenen Mädchenwelt in Einklang zu bringen.

»Ich wollte diese Geschichte erzählen, da PMS für viele Frauen eine verwirrende Herausforderung sein kann. Es kann uns Monat für Monat aus der Bahn werfen, und wir haben nicht wirklich gelernt, wie wir damit umgehen sollen. Das hormonelle Ungleichgewicht kann schwerwiegende Folgen haben, z. B. Depressionen oder Angstzustände, aber auch das Gefühl, von impulsiver Wut überwältigt zu sein, sowie ein unbändiges Verlangen nach allen Nahrungsmitteln der Welt bis einem schlecht ist«,erklärt Regisseurin Katharina Hingst den Hintergrund zu ihrem Kurzfilm. 

 

Die Periode: noch immer ein Tabuthema

Sie weist auch darauf hin, dass die Gefühlsschwankungen im Laufe der Pubertät und besonders vor und während der Periode zu derartigen Verwirrungen sorgen können, dass junge Mädchen und Frauen sich selbst nicht mehr als »normal« ansehen und in diesen Phasen von der Außenwelt noch immer viel zu wenig Unterstützung erfahren.  

»Ich möchte diese emotionale Achterbahn auf künstlerische, träumerische und leicht abstrakte Weise porträtieren, indem ich die Geschichte durch wunderschöne und einzigartige Bilder erzähle. Mein Ziel ist, dieses Thema, das viele als widerwärtig empfinden, zu entabuisieren und junge Mädchen dazu zu ermutigen, sich nicht zu schämen oder abnormal zu fühlen, sondern ihre Weiblichkeit mit ihren Herausforderungen anzunehmen«, so Hingst weiter. 

»Bloody Hell« ist ein gelungener Kurzfilm, der den Blick auf die weibliche Menstruation schärft und daher absolut empfehlenswert ist. Schau dir den Film jetzt an: 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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