Studie: Menschen mit hohem Schulabschluss sind weniger krank

Words by Arzu Gül
Photography: Freepik
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Frau mit Erkältung putzt sich die Nase

Der aktuelle Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse fördert Überraschendes zutage: Menschen mit einem hohen Schulabschluss sollen durchschnittlich weniger Krankheitstage im Berufsleben aufweisen. Das steckt dahinter.

 

Viele Fehlzeiten sind bei ArbeitgeberInnen nicht gerne gesehen. Manchmal jedoch sind sie unvermeidlich. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von einer leichten Erkältung über Grippe bis hin zu psychischen Erkrankungen und schweren, chronischen Leiden. Im Jahr 2018 waren ArbeitnehmerInnen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt durchschnittlich 10,6 Tage krank. Seit 2007 setzt sich damit ein steigender Trend durch. 

Wie die Barmer Krankenkasse nun in ihrer aktuellsten Auswertung herausgefunden haben will, sei die Anzahl an Fehltagen dabei eng mit dem Bildungsabschluss verknüpft. Im Jahr 2018 seien Versicherte ohne beruflichen Ausbildungsabschluss auf durchschnittlich 22 Fehltage gekommen, Versicherte mit einem Diplom-Abschluss hingegen nur auf 10,9 Tage. Promovierte ArbeitnehmerInnen würden es sogar auf noch weniger Tage bringen: Sie fehlten im selben Zeitraum nur an durchschnittlich 7,3 Tagen.

In Berufsgruppen mit hoher körperlicher Belastung, fallen die Krankheitstage deutlich höher aus!

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Laut Heike Sander, Landesgeschäftsführerin der Barmer in Niedersachsen und Bremen, hängt diese Korrelation vor allem mit der Art der Tätigkeiten zusammen. Es sei davon auszugehen, dass Tätigkeiten, die mit starken körperlichen Belastungen einhergehen, eher von Menschen mit geringerer Qualifikation ausgeübt würden. Diese Berufe würden generell mit häufigeren Krankschreibungen und höheren Fehlzeiten in Verbindung stehen. ArbeitnehmerInnen, die hingegen im Büro arbeiten, seien weniger anfällig für körperliche Beschwerden und kämen auch bei leichten Erkrankungen öfter zur Arbeit. Daher sei eine Interpretation der Zahlen nicht einfach, so Sander.

Unterstützt wird diese These von der Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft über den Krankenstand in Deutschland. Die Berufsgruppen mit den meisten Krankheitstagen jährlich seien demnach u. a. die industrielle Keramikherstellung und -verarbeitung (30,7 Tage), Textiltechnik und -produktion (29,2 Tage) oder Bau- und Transportgeräteführung (28,4 Tage). In den Bereichen Lehr- und Forschungstätigkeiten an Hochschulen (5,1 Tage), Wirtschaftswissenschaften (7,3 Tage) und Geschäftsführung und Vorstand (7,9 Tage) seien die Fehlzeiten im Vergleich dazu weitaus geringer. 

Die meisten Krankmeldungen erfolgen in Deutschland übrigens in den Monaten Februar und November. Aufgrund winterlicher Erkältungs‑ und Krankheitswellen sollten ArbeitnehmerInnen in dieser Zeit besonders auf die Stärkung ihres Immunsystems achten.

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Arzu Guel

Redakteurin

Nach einem MBA in Medienmanagement und Stationen in der Produktentwicklung, Objektleitung und Vermarktung von Magazinen, hat Arzu Guel zurück zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben und Kreieren von Content, gefunden. Seit September 2019 schreibt sie nicht nur für Monda Magazin, sondern entwickelt auch Formate für unseren Instagram-Kanal. Sie brennt für die Themen Digitalisierung, Future Trends und für Menschen mit einzigartigen Geschichten.

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