Medizin im Wandel: Jetzt gibts Gesundheits-Apps auf Rezept

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
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Apps gibt es jetzt auch auf Rezept

Künftig soll es Apps geben, die von ÄrztInnen rezeptpflichtig verschrieben werden können. Die Kosten für die Anwendungen sollen die Krankenkassen tragen.  

 

Mit einem Rezept vom Arzt oder der Ärztin haben wir uns bisher eigentlich immer auf den Weg in die Apotheke gemacht, um eines oder mehrere Medikamente zu bekommen. Künftig kann uns die Verordnung auch zu einem Download im App Store oder Play Store verhelfen.

Jetzt gibt es die App auf Rezept

Mit dem Inkrafttreten des »Digitale-Versorgung-Gesetzes« (DVG), einem Vorschlag von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), sollen bestimmte Gesundheits- oder Medizin-Apps für gesetzlich Versicherte zu einer Kassenleistung werden. Der Markt für digitale Gesundheitsanwendungen wächst stetig. Inzwischen gibt es Apps, die einen an die Medikamenteneinnahme erinnern sollen, Apps zur Unterstützung bei Depressionen oder für Menschen mit einem chronischen Rückenleiden, Apps für Diabetiker und Schwangere oder digitale Gesundheitstagebücher. Viele der Angebote lassen sich die Anbieter jedoch bezahlen. Damit die PatientInnen von dem vielfältigen Angebot uneingeschränkt profitieren können, sollen die Kosten also nun übernommen werden.

Gesundheits-App auf Rezept: Welche Kriterien müssen erfüllt sein?

Damit die Kasse die Kosten einer Gesundheits- oder Medizin-App auch tatsächlich übernimmt, müssen einige Kriterien eingehalten werden. Zum einen muss die App vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zuvor auf Funktionalität, Datensicherheit und Datenschutz geprüft worden sein. Weiterhin muss diese zugelassene App direkt von der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt verordnet worden sein. Und zum Schluss muss auch eine begründete und ernsthafte Diagnose vorliegen. Allerdings lohnt sich in einzelnen Fällen auch die Nachfrage direkt bei der eigenen Krankenkasse. Aus Kulanz können Versicherer die Kosten für bestimmte Anwendungen auch ohne ärztliche Anweisung übernehmen.  

Gesundheits-Apps auf Rezept: Es gibt Kritik

Inzwischen gibt es jedoch auch allgemeine Kritik an der Umsetzung des DVG und vor allem der Prüfung durch das BfArM. Der Grund: Für die Zulassung einer App bedarf es keiner wissenschaftlichen Studien über deren tatsächlichen Nutzen. Ausreichend seien unter anderem Expertenmeinungen oder Anwendungsbeobachtungen.

Wie auch immer – die ersten Gesundheits-Apps sollen gegen Ende des zweiten Quartals auf Rezept verfügbar sein. Das DVG soll übrigens nicht nur Apps auf Rezept, sondern auch Online-Sprechstunden ermöglichen. Ebenfalls soll es ÄrztInnen künftig möglich sein, ihre PatientInnen über ihre Online-Angebote direkt anzusprechen.  

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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