Erschreckend: Größeres Alzheimerrisiko durch Menopause

Words by Claudia Marisa Alves de Castro
Photography: Damir Bosnjak via Unsplash
Alzheimer: Portrait einer älteren Frau mit grauen Haaren

In den Wechseljahren leiden die meisten Frauen unter unerfreulichen Beschwerden. Als wäre das noch nicht schlimm genug, wollen Forscher nun herausgefunden haben, dass die Menopause sogar Alzheimer begünstigen kann.  

 

Sobald die Wechseljahre einsetzen, bleiben bei den meisten Frauen auch Symptome wie plötzlich auftretende Schweißausbrüche, Gelenk- und Muskelschmerzen, Schlafstörungen und ein damit einhergehendes Erschöpfungsgefühl nicht aus. In dieser Phase, in der der weibliche Körper allmählich seine Fruchtbarkeit verliert, leiden etwa 80 Prozent der Frauen unter den eben genannten Beschwerden. Neben den körperlichen Leiden kann es allerdings auch zu psychischen Veränderungen kommen, die sich unter anderem durch Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen bemerkbar machen. 

Wechseljahre: körperliche & geistige Einschränkungen 

Und auch die kognitiven Fähigkeiten nehmen während der Wechseljahre ab. Untersuchungen zeigen, dass dies rund 60 Prozent der Frauen betrifft. So kann es passieren, dass die Gedächtnisleistung nachlässt, Verwirrtheit auftritt oder die Aufmerksamkeit immer weiter abnimmt. All dies sind Symptome, die in der Regel nach dem Durchlaufen der Wechseljahre wieder abklingen – doch leider ist das offenbar nicht immer der Fall. Inzwischen konnte festgestellt werden, dass immer wieder auch bleibende Schäden zurückbleiben. So sind sich Forscher sicher, dass das Risiko, nach den Wechseljahren an Demenz zu erkranken, aus diesem Grund um ein Vielfaches erhöht ist.

Wechseljahre & Alzheimer: Besteht ein Zusammenhang? 

Wer in die Wechseljahre kommt, durchläuft folgende vier Phasen: die Prämenopause, die Perimenopause, die Menopauseund die Postmenopause. Mit der dritten Phase, der Menopause, beginnt schließlich die Unfruchtbarkeit. Damit schwindet auch die Fähigkeit des Körpers, Östrogene und Progesteron zu produzieren – zwei wichtige Geschlechtshormone. Warum wichtig? Östrogene haben die Kraft, Neuronen, die durch Gifte oder aufgrund mangelnder Durchblutung geschädigt sind, am Absterben zu hindern. Zudem sorgen beide Sexualhormone für eine bessere Durchblutung der Nervenzellen und schützen diese so vor den Eiweißablagerungen, die wahrscheinlich zu Alzheimer-Demenz führen. Laut Labortests können Östrogene aber noch mehr. So sollen sie sogar die Fähigkeit besitzen, Nervenzellen zum Wachstum anzuregen. 

Werden Östrogen und Progesteron aber plötzlich nicht mehr auf natürliche Weise produziert, können all diese die Nervenzellen schützenden Vorgänge nicht mehr stattfinden. Ein Verfall, der nicht aufgehalten werden kann, da ein Großteil des Östrogens in den Eierstöcken produziert wird – und diese verlieren mit der Menopause nun mal ihre Funktion. Das bedeutet also, dass nun etwa 90 Prozent des Hormons fehlen, das bei Frauen jenseits der Menopause für den Schutz der Nervenzellen verantwortlich ist – die Lebensdauer der Neuronen sinkt. Und damit steigt leider die Wahrscheinlichkeit, an Demenz zu erkranken.

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Die Wechseljahre gehören zum Frausein dazu, doch tragen sie dennoch etwas Mystisches an sich. Wann beginnen sie, wie sehr wirkt sich diese Phase auf das tägliche Leben aus, und wann sind sie wieder vorbei? 

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Claudia Marisa Alves de Castro

Redaktionsleiterin

Claudia Alves de Castro kommt vom Land, war aber nie für die Kleinstadt gemacht. Jetzt – da sie in Hamburg lebt – kann sie ihrem Interesse für Menschen, Geschichten und dem Schreiben freien Lauf lassen. Vom Lifestyle- und Fashionblog, über die Arbeit beim Fernsehen vor und hinter der Kamera, bis hin zu den Online-Redaktionen großer Verlage, Claudia ist mit allen Medien-Wassern gewaschen. Neben ihrer Leidenschaft für ihren Beruf, macht sie ihre Liebe für Kultur, Medien und Reisen besonders glücklich. Seit März 2018 schreibt sie über all das bei uns.

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